4 Fragen zu veganer Ernährung

Normalerweise erwartet man bei Ikea folgendes: Verwirrende Gänge, endlose Etagen voller Schnickschnack und Köttbular, also Fleischbällchen. Aber seit neuestem experimentiert das Möbelhaus mit einem Veggie-Hotdog. Nicht nur bei Ikea, allgemein ist Veganismus ein Thema in der Gesellschaft geworden. Es gibt kaum noch ein Restaurant ohne vegane Alternative. Warum ernähren sich manche Menschen aber vegan und manche nicht? Wir haben die beiden Studenten Elyane Heiliger, eine Veganerin und Daniel Salg, einen Fleischliebhaber gefragt.

Daniel Salg
Elyane Heiliger

 

Warum hast du dich für diese Form der Ernährung entschieden?

 

Elyane: Der größte Beweggrund für mich sind bis heute die ethischen Hintergründe. Besonders Videos wie „If Slaughterhouses had Glass Walls“ haben bei mir einen Schalter im Hirn umgelegt. Ich wurde dann eigentlich über Nacht zum Veganer, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, tote Tiere zu essen oder mit meinem Geld das Quälen und Töten von Tieren zu unterstützen. Abgesehen davon schmeckt es mir auch nicht, es ist teuer und schlecht für die Umwelt.

 

Daniel: Die Sache ist die, dass ich Fleisch einfach gerne esse und auch nicht darauf verzichten könnte. Aber ich würde nicht sagen, dass ich mich bewusst für diese Art der Ernährung entschieden habe. Ich verdränge das auch so ein bisschen, wie es manchen Tieren geht. Die Tiere tun mir schon leid, aber ich kann es mir auch einfach nicht leisten, Bio Produkte zu kaufen.

 

Kann man eigentlich unproblematisch Fleisch konsumieren?

 

Elyane: Meiner Meinung nach nicht. Wenn man Fleischesser ist, sollte man schon darauf achten, dass man keine 99 Cent Pute vom Discounter kauft. Aber am Schluss stirbt ein Tier und das ist für mich immer problematisch.

 

Daniel: Ja, ich würde sagen, dass man Fleisch unproblematisch konsumieren kann, aber man sollte es eben nur in gewissen Maßen konsumieren. Ich glaube auch, dass ich persönlich ein bisschen zu viel esse. Es wurde schon immer Fleisch gegessen und in gewissen Mengen ist das verträglich.

 

Was müsste passieren, damit du wieder Fleisch essen würdest/vegan werden würdest? 

 

Elyane: Ich kann mir adhoc jetzt keine realistische Situation vorstellen, die dazu führen würde.

 

Daniel: Ich glaube, dass ich immer Fleisch essen werde. Nur was ich wirklich gerne tun würde, sobald ich mein Studium beendet habe, ist Bio Fleisch zu kaufen. Ich bin zwar jetzt nicht der Student mit den größten Geldsorgen, aber im Moment kann ich mir das nicht leisten. Und wenn ich die finanziellen Mittel habe, möchte ich auf artgerechte Haltung achten, da mir die Tiere schon am Herzen liegen.

 

Was denkst du über einen Veggie Day an Schulen oder Unis?

 

Elyane: Ich finde die Idee gut. So könnten eingefleischte Fleischesser auch an das Thema herangeführt werden und es könnte so ein bisschen mehr Vielfalt in den Schul- oder Unikantinen geben. Als die Grünen den Veggie Day vorgeschlagen haben, haben sich ja viele in ihrer Ernährungsweise angegriffen gefühlt, obwohl der Gemüsetag niemanden zwingt, sich vegetarisch zu ernähren. Einmal die Woche auf Fleisch zu verzichten, wird niemanden umbringen.

 

Daniel: Einen Veggie Day fände ich gut, weil wie gesagt, ich denke, ich esse etwas zu viel Fleisch. Es würde auch niemandem schaden, auch jemandem wie mir nicht, der eben gerne Fleisch isst. Ich kann ja dann immer noch sechs Tage die Woche Fleisch essen. Und wenn es mir nicht passt, was es da in der Kantine gibt, geh ich halt zum Metzger nebenan.
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