Tür Nummer 14 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Frida Kahlo war eine mexikanische Malerin, die bis heute als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Surrealismus gilt. Ihr Vater Carl Wilhelm Kahlo war Deutscher, der nach Mexiko auswanderte und sich als Fotograf niederließ. Dort heiratete er María Cárdena, die Mutter von Frida. Kurz nach Fridas Geburt im Jahr 1907 starb Maria Cárdena und ihr Vater heiratete erneut.

Mit fünf Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung und hatte auch nach der Genesung ein kürzeres und dünneres Bein. Sie hinkte ihr ganzes Leben lang. Trotzdem ermutigte vor allem ihr Vater sie, sich nicht davon zurückhalten zu lassen. In der Schule spielte Frida Kahlo Fußball und war auch eine Weile in einem Wrestling-Team. Beides sehr untypisch für Frauen damals.

Als sie 17 Jahre alt war, hatte sie einen Busunfall, bei dem sie eine Eisenstange von ihrem Rücken bis zu ihrer Vulva regelrecht aufspießte. Die Folge davon war ein Stahlkorsett, dass sie immer tragen musste und sie an das Bett fesselte. Aus Langweile begann sie im Krankenhaus zu Malen. Entgegen aller Prognosen lernte sie das Gehen wieder und verarbeitete ihren Schmerz in ihren Bildern. Aus diesem Grund zeigen viele ihrer Werke sie selbst, oft mit Damenbart und ihren charakteristischen Augenbrauen. Zeit ihres Lebens musste Frida Kahlo mit den Schmerzen und den Folgen des Unfalls leben und griff auch zu Drogen und Alkohol, um ihre Leiden zu ertragen.

Der 20 Jahre ältere Maler Diego Rivera wurde bald daraufhin auf sie aufmerksam und schon ein Jahr später heirateten sie. Die Ehe verlief schwierig, Rivera nahm es mit der Treue nicht so Ernst und fiel immer wieder durch sein unberechenbares Verhalten auf. Durch ihn wurde Frida Kahlo Mitglied der Kommunistischen Partei Mexikos. Die Partei schloss aber das Künstlerpaar 1929 aus, da beide der Politik von Stalin kritisch gegenüber standen. 1930 reiste das Ehepaar in die USA, wo das Leben der Menschen Kahlo neu inspirierte. Die Beziehung zu Rivera wurde aber immer weiter von seiner Untreue getrübt, was sie in ihren Bildern verarbeitete.

Riveras Eskapaden fanden ihren Höhepunkt, als Frida 1934 ihn in flagranti mit ihrer Schwester Christina erwischte. Das Paar trennte sich, stritt weiter und versöhnte sich wieder. Aber von da an lebte Kahlo ihr Leben selbstbestimmter: Sie zog in eine eigene Wohnung und unternahm ohne Rivera Reisen nach New York.

Währenddessen feindete die Kommunistische Partei Mexikos weiter Diego Rivera an und warf ihm vor, die konservativen Positionen der mexikanischen Regierung zu unterstützen. Dadurch wandten sich Diego Rivera und auch Frida Kahlo den Trotzkisten zu. Sie setzten sich auch dafür ein, dass der russische Revolutionär Leo Trotzki politischens Asyl in Mexiko bekam. Mit ihm begann Frida Kahlo eine Affäre. Diego Rivera konnte diesen Seitensprung kaum verkraften: Er brach mit Trotzki und ließ sich von Frida Kahlo 1939 scheiden. Kahlo litt unter der Trennung und flüchtete sich in Affairen, Alkohol und ihre Malerei. Kaum ein Jahr später heirateten die Beiden erneut.

Frida Kahlo reiste nach Paris und durfte ihre Bilder im Louvre ausstellen. Sie verdiente fast nichts daran, aber die Ausstellung steigerte ihre Bekanntheit noch mehr. Auch in Boston und New York wurden ihre Bilder ausgestellt. Währenddessen verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Nach sechs Operationen an der Wirbelsäule, saß sie im Rollstuhl. Trotz schlechter Gesundheit Wemalte sie weiter wann immer sie konnte. 1953 wurden ihre Bilder zum ersten Mal in Mexiko ausgestellt. Ihr ging es aber so schlecht, dass sie im Bett zur Eröffnungsfeier getragen werden musste. Ein Jahr später am 13. Juli 1954, starb Frida Kahlo offiziell an einer Lungenembolie. Freunde von ihr schlossen aber einen Selbstmord nicht aus. Diego Rivera weigerte sich einer Obduktion zuzustimmen, weshalb nie wirklich die Todesursache geklärt wurde.

„Doktor, wenn sie mich diesen Tequila trinken lassen, dann verspreche ich Ihnen, dass ich zu meiner Beerdigung nicht trinken werde.“

 

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.