Tür Nummer 16 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Marie Curie war eine Physikerin und Chemikerin, die durch die Entdeckung zwei neuer Elemente Bekanntheit erlangte. Geboren wurde sie am 7. November 1867 in Warschau, Polen unter dem Namen Marya Sklodowska. Polen war damals noch von russischen Truppen besetzt. Es war kaum Geld da, der Vater hatte seine Arbeit verloren und als die Mutter an Tuberkulose erkrankte, konnten sie sich keinen Arzt leisten. Sie starb als Marie zehn Jahre alt war.

Schon während der Schulzeit interessierte sich Marie für Physik. Das zu studieren war Frauen aber damals in Polen verboten. Deshalb besuchte sie die so genannten “Fliegenden Universitäten”. Das waren geheime Vorlesungen an wechselnden Orten, die junge Polen privat organisierten. Dort konnte Marie in einem geheimen Labor arbeiten. Marie und ihre Schwester Bronia wollten beide in Paris studieren, nur war in der Familie das Geld dafür zu knapp. Aus diesem Grund arbeitete Marie sechs Jahre lang als Erzieherin um ihrer Schwester das Medizinstudium zu finanzieren. Danach konnte sie selbst, unterstützt von Bronia nach Paris reisen und Mathe und Physik studieren.

Nach ihrem Studium konnte sie gleich als Doktorandin an der Universität Sorbonne anfangen und forschte gemeinsam mit dem Physikprofessor Antoine Henri Becquerel. Dabei lernte sie den Physiker Pierre Curie kennen, den sie 1895 heiratete. Die beiden hatten zwei Kinder und durch die Heirat erhielt Marie die französische Staatsbürgerschaft. Damit hieß sie nun offiziell Marie Curie.

Wichtig für die Curies wurde Antoine Henri Becquerels Erkenntnis, dass Uran Strahlung absondert. Marie Curie war überzeugt davon, dass es auch andere Elemente geben musste die Strahlung abgeben. Gemeinsam mit ihrem Mann forschte sie in einem eher notdürftigen Labor. In aufwändiger Arbeit gelang es ihnen aber  zwei unbekannte Elemente zu isolieren. Sie nannten sie “Radium” und “Polonium”, nach Marie Curies Heimat Polen. Die Strahlung, die von den Stoffen abging, nannte sie “radioaktiv” .

1898 wieß Marie Curie auch die Radioaktivität von “Thorium” nach. Für ihre Leistungen erhielten Marie und Pierre Curie, sowie Antoine Henri Becquerel 1903 den Nobelpreis für Physik.

1906 starb Pierre Curie bei einem Verkehrsunfall. Marie Curie litt danach zeitweise an schweren Depressionen. Schließlich übernahm sie seine Vorlesungen an der Sorbonne und zwei Jahre später erhielt sie die Professur. Sie war damit die erste Frau, die an einer Pariser Universität lehrte. Trotzdem widmete sie sich in den folgenden Jahren der Forschung: Sie wollte herausfinden, wie Strahlung wirken kann. 1911 wurde ihr der zweite Nobelpreis überreicht für die Entdeckung des “Radiums”.

Der Erfolg wurde überschattet durch die “Langevin-Affäre”: Es wurde bekannt, dass Marie Curie ein Verhältnis mit dem verheirateten Paul Langevin hatte. Langevin war ein Ex-Schüler ihres Mannes. Die Presse stürzte sich damals darauf und Marie Curie wurde massivst in der Öffentlichkeit verurteilt.

Ab 1914 leitete sie das Radium-Institut an der Sorbonne. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, entwickelte sie gemeinsam mit ihrer Tochter Irène eine mobile Röntgenstation, die es möglich machte, Soldaten an der Front zu untersuchen. Als der Krieg vorbei war, konnte Marie Curie die Welt bereisen. Sie hielt Vorlesungen in Brasilien, Belgien oder den USA. Als erste Frau wurde sie an der staatlichen Akademie für Medizin in Frankreich aufgenommen und forschte dort weiter, wie man radioaktive Strahlung in der Medizin einsetzen kann.

1934 starb Marie Curie an den Folgen des jahrelangen Umgangs mit Strahlung an Blutarmut. Bis heute kann man ihre Aufzeichnungen und sogar ihr Kochbuch nur mit Schutzkleidung betrachten, da die Strahlung so hoch ist.

“Man könnte sich vorstellen, dass das Radium aber auch in verbrecherischen Händen sehr gefährlich werden könnte, und man müsse sich fragen, ob es für die Menschheit gut ist, die Geheimnisse der Natur zu kennen, ob sie reif ist, daraus Nutzen zu ziehen, oder ob ihr diese Erkenntnis zum Schaden gereichen könnte.”

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Article by Sarah Walz