Tür Nummer 17 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Katharine Graham galt als die mächtigste Verlegerin der Welt. Fast 35 Jahre lang leitete sie die Washington Post. Sie wurde am 16. Juni 1917 in New York geboren und war das vierte von fünf Kindern. Ihre Eltern waren die Reporterin Agnes E. Meyer und der Unternehmer Eugene Meyer.

Sie studierte am Vassar College, wechselte dann aber an die University of Chicago. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Reporterin für die San Francisco News, fing danach aber bei der Zeitung an, die ihr Vater herausgab, der Washington Post. 1940 heiratete sie den Mitherausgeber Philip Graham, mit dem sie später vier Kinder hatte.

Philip war manisch-depressiv. Nach seinem Suizid 1963 übernahm Katherine fast 35 Jahre lang die Leitung der Washington Post. Graham veröffentliche 1971 die Pentagon Papers, obwohl ihre Berater davor gewarnt hatten. Die Papiere zeigten, dass die US-Regierung schon Jahrzehnte vor dem Vietnamkrieg die Invasion des Landes geplant und die eigene Bevölkerung belogen hatte. Die Invasionspläne gingen bis 1945 zurück und wurden von jedem US-Präsidenten ab dem Zeitpunkt weiter entwickelt. Daniel Ellsberg, ein hochrangiger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, hatte die Papiere an verschiedene Zeitungen geschickt. Die Washington Post und die New York Times veröffentlichten sie in Teilen. Die Veröffentlichung war einer der Hauptgründe für die Kapitulation der USA.

Sie entschied sich außerdem dafür, die Watergate-Affäre, die ihre Redakteure recherchiert hatten, zu veröffentlichen. 1972 wurden Einbrecher verhaftet, die Wanzen in der Zentrale der Demokratischen Partei installieren wollten, die im Watergate-Gebäudekomplex lag. Später kam heraus, dass die Einbrecher von Präsident Nixon beauftragt wurden. Die Papiere brachten auch andere Amtsmissbräuche an Licht und sorgten für Nixons Rücktritt 1974.

1998 bekam Katharine Graham den Pulitzer-Preis für ihre Autobiografie “Personal History”. Am 17. Juli 2001 starb sie in Idaho. 2017 veröffentlichte Stephen Spielberg einen Film über ihr Leben mit Meryl Streep in der Hauptrolle.

 

“Was Frauen tun müssen, um an die Macht zu kommen, ist ihre Weiblichkeit neu zu definieren. Früher sah man Macht als männliche Eigenschaft. Tatsächlich hat Macht aber kein Geschlecht.”

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Article by Baha Kirlidokme