Tür Nummer 18 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Wangari Maathai war die erste grüne Politikerin Afrikas und wurde zur zentralen Figur der Frauenbewegung Kenias. Geboren wurde sie am 1. April 1940 im Dorf Ihithe in Kenia. Sie war schon früh sehr gut in der Schule und so bekam sie ein Stipendium für ein Biologiestudium in den USA. 1971 erhielt sie als erste Frau Kenias einen Doktortitel an der University of Nairobi. Im gleichen Jahr wurde sie Dekanin für den Fachbereich Tierheilkunde.

1977 gründet Maathai das Aufforstungsprojekt “Green Belt Movement”. Die Organisation ist bis heute in 13 Ländern aktiv. Jahrelang waren zuvor kenianische Wälder gerodet worden – das hatte zu Wasser- und Feuerholzmangel geführt. Um dagegen anzuwirken, pflanzte das “Green Belt Movement” 600 Baumschulen an. Der Boden sollte vor Erosion, also das Abtragen von nährstoffhaltigem Boden, geschützt werden. Maathai mobilisierte dafür vor allem Frauen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten. Sie zeigte ihnen, wie man mit Setzlingen umgeht, sie schützt und wie man sich die Pflanzen zu Nutze machen kann, ohne der Natur zu schaden. Vor allem Müttern von unterernährten Kindern sollte das helfen. Durch ihr Engagement erhielt Maathai den Beinamen “Mama Miti” – Mutter der Bäume.

Von 1976 bis 1987 war Maathai in Kenias Nationalem Frauenrat aktiv und war von 1981 bis 1987 dessen Präsidentin. Bis zu ihrem Tod saß sie im Vorstand. Auch das “Green Belt Movement” wandte sich neben Umweltschutz auch immer mehr der Frauenbewegung zu und engagierte sich für Bildung und Ernährung. 1979 trennte sich ihr Mann von ihr mit der Begründung sie sei „zu gebildet, zu stark, zu erfolgreich, zu eigensinnig und zu schwer zu kontrollieren“ und er gab ihr die Schuld an seinem Bluthochdruck.

Maathai gehörte auch dem Abrüstungsrat der Vereinten Nationen an. 1997 kandidierte sie erfolglos für das kenianische Parlament und das Amt des Präsidenten. 2002 wurde sie aber mit 98% der Stimmen in das kenianische Parlament gewählt. Ab 2003 war sie die stellvertretende Ministerin für Umwelt und Naturschutz.

Als erste afrikanische Frau erhielt sie 2004 den Friedensnobelpreis. Sie stand mehrmals in der Kritik wegen ihrer Stellungnahme zu Aids. Laut der kenianischen Tageszeitung Standart, soll sie gesagt haben, Aids sei ein Kontrollinstrument gegen die Afrikaner, entwickelt von einem bösen Wissenschaftler. Am 25. September 2011 starb Wangari Maathi an Krebs.

“Was mich betrifft, so werde ich weiter Bäume pflanzen, insbesondere einheimische Arten, und wo möglich, werde ich Ideen pflanzen.” 

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Article by Sarah Walz