Tür Nummer 19 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Clara Zetkin war Journalistin, Politikerin und Frauenrechtlerin. Sie wurde am 05. Juli 1857 in Wiederau, Königreich Sachsen geboren. Sie war die älteste Tochter von Josephine Vitale, die der Frauenbewegung nah stand und einen Verein für Frauengymnastik gründete. Claras Vater war Gottfried Eißner, Veteran von Napoleons Kriegen.

1879 war Clara als Hauslehrerin tätig, da sie sich zur Volksschullehrerin hat ausbilden lassen. Fünf Jahre davor hatte sie bereits Kontakte zur Frauen- und Arbeiterbewegung. 1878 trat sie der SAP bei, die später die SPD wurde. Wegen des Sozialistengesetzes wurden Sozialdemokraten in Deutschland verfolgt, weswegen sie 1882 erst nach Zürich, dann nach Paris floh. Dort nahm sie den Namen ihres Lebenspartners an, des russischen Revolutionärs Ossip Zetkin. Mit ihm hatte sie zwei Söhne.

1889 hatte sie einen bedeutenden Anteil an der Gründung der Sozialistischen Internationalen.

Was ist eine Internationale? Wir verraten es euch hier:

Zu Beginn der sozialdemokratischen Bewegung schrieb sie eine Analyse zu Unterdrückung der Frau im Kapitalismus. Bei der Gründung der Zweiten Internationalen erklärte sie in einem viel beachteten Vortrag, dass es Gleichheit zwischen den Geschlechtern nur ohne Kapitalismus geben könne. Innerhalb der SPD war ihre Meinung kontrovers.

Warum Feminismus im Kapitalismus nicht funktioniert:

Zetkin war die erste aktive Politikerin in der SPD und zusammen mit ihrer Freundin Rosa Luxemburg Vertreterin der revolutionär-marxistischen Fraktion. Sie gründeten später die USPD, die Abspaltung von der SPD mit und später den Spartakusbund, der in der Novemberrevolution 1918 kämpfte. Später gründete sie die KPD mit.

Sie blieb lange ein einflussreiches Mitglied der Partei und bis 1933 Reichstagsabgeordnete. Ab 1932 war sie Alterspräsidentin des Parlaments. Sie war aber kein Freund der Weimarer Republik und bezeichnete sie als „Klassendiktatur der Bourgeoisie“. Doch sie lehnte auch die Sozialfaschismusthese nach Stalin ab, nach der die Sozialdemokratie nur der linke Flügel des Faschismus sei. Als Hilter an die Macht kam musste Clara Zetkin fliehen und lebte im Exil. Sie starb im selben Jahr in Moskau und Stalin selbst trug die Urne zu Grab.

“Berufstätige Frauen, seid eingedenk, dass der Faschismus Euch die im heißen Kampf errungenen Rechte nimmt und Euch Selbständigkeit und Arbeit versagt.”

 

Article by Baha Kirlidokme

Studiert Politik- und Wirtschaftsjournalismus an der Hochschule Ansbach. Sitzt aktuell in der taz.de-Redaktion. Schreibt für bento von Spiegel Online. Freier Mitarbeiter bei der Main-Post und dem Schweinfurter Tagblatt. Autor beim Radiosender ANgedacht. War Redakteur beim Ansbacher Stadtmagazin Kaspar und Autor für das Musikmagazin Stormbringer.

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