Tür Nummer Zwei – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Am ersten Advent geht es beim “Relevant-Adventskalender” um eine Frau, die versuchte, Kindern das Lernen leichter zu machen. 

Die Frau für den ersten Advent: Maria Montessori.

Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Reformpädagogin. Von ihr stammt die Montessoripädagogik, deren Basis das Kind als „Baumeister seines Selbst“ darstellt. Diese Form der Pädagogik setzt viel auf die Form des offenen Unterrichts und der Freiarbeit. Grundsatz hier: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Bis heute gibt es Montessori-Schulen, die nach ihren Vorstellungen lehren.

Geboren wurde Maria Montessori am 31. August 1870 in Chriaravall in Italien. Sie wusste früh, dass sie Ärztin werden wollte, was damals ein von Männern dominierter Beruf war. Erst bekam sie auch keine Zulassung für das Medizinstudium und musste so zunächst Naturwissenschaften an der Universität in Rom studieren. Trotz vieler Wiederstände schaffte sie es aber dann doch als eine von wenigen Frauen Medizin zu studieren. Dass sie, die erste promovierte Frau Italiens sei, stimmt aber nicht. Im Studium erlebte Maria Montessori aber viel Diskriminierung: Beim sezieren der Leichen durfte sie nicht bei den anderen Männern dabei sein, also verbrachte sie viele Abende alleine in der Anatomie.

Schon während ihres Studiums beschäftigte sie sich mit Kinderheilkunde und arbeitete in einer psychiatrischen Klinik mit geistig behinderten Kindern. Die Verwahrlosung der Kinder damals schockierte sie so sehr, dass sie etwas dagegen tun wollte.

In der psychiatrischen Klinik lernte sie auch Dr. Giuseppe Montesano kennen, mit dem sie kurz darauf ein Kind hatte: Mario Montessori. Ein uneheliches Kind hätte ihre Karriere zerstört, das war damals sehr verpönt. Deshalb entschied Maria Montessori sich Mario an eine Pflegefamilie zu geben. Als er 15 Jahre alt war, holte sie ihn wieder zu sich.

In der Zeit darauf beschäftigte Maria Monterssori sich vermehrt mit Pädagogik. Sie entwickelte und veröffentlichte ihre eigenen Theorien. Ihr Ansatz: “Hilf mir es selbst zu tun”. Die Erwachsenen sollen das Kind unterstützen und es soll so viel wie möglich selbst lernen. Die Individualität jeden Kindes steht im Mittelpunkt, der Lehrer soll seine Methoden an das Kind anpassen. Nicht andersrum. Am 6. Januar 1907 eröffnete sie eine Tagesstätte für geistig gesunde Kinder aus sozial schwachen Familien. Basierend auf den Erfahrungen, die sie dort machte, entwickelte sie die Montessori Methode immer weiter. Nach einer Begegnung mit dem Diktator Benito Mussolini wurde ihre Methode in ganz Italien eingeführt. Ihren Lebensabend verbrachte Maria Montessori in den Niederlanden und starb am 6. Main 1952.

“Schule ist jenes Exil, in dem der Erwachsene das Kind solange hält, bis es imstande ist, in der Erwachsenenwelt zu leben, ohne zu stören.”  

 

An jedem Adventssonntag präsentieren wir euch eine kleine Geschichte. Was wäre wohl, wenn die Frauen aus unserem Adventskalender in der Gegenwart aufwachen würden. Wie würden sie auf die Jetzt-Zeit reagieren?

Maria Montessori – Sie ist wieder da

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Article by Sarah Walz