Tür Nummer 20 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Rosa Parks war eine amerikanische Bürgerrechtlerin und war mit einer der Gründe für den den Busboykott von Montgomery. Durch diesen Protest erlangte Martin Luther King Popularität und der Boykott sorgte dafür, dass in US-Bussen die Sitze nicht mehr nach Hautfarben aufgeteilt wurden.

Geboren wurde Rosa Parks am 4. Februar 1913 in Tuskegee, Alabama. Sie wuchs bei ihren Großeltern auf. Im Kindesalter kam sie nach Montgomery und wurde Näherin. Sie arbeitete lange im Kaufhaus Montgomery Fair. 1932 heiratete sie den Friseur Raymond Parks. Zwei Dinge waren in Parks Leben entscheidend: Zum einen war sie sehr gläubig.  Jeden Sonntag ging sie in die Kirche, zitierte die Bibel und galt schon als fast altmodisch tugendhaft.

Zum anderen engagierte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann für die NAACP (= National Association for the Advancement of Colored People). Die Bewegung war eine der ältesten und einflussreichsten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen. Jede freie Minute verbrachte Parks im Büro der Bewegung und half als Sekretärin aus. Sie kämpfte nie wirklich an vorderster Front, aber wirkte effektiv im Hintergrund mit.

Das sollte sich am 1. Dezember 1955 ändern: Rosa Parks stand im Bus nicht für den weißen Mann James Blake auf. Was man dazu wissen muss: Zu dieser Zeit galt in den USA strikte Rassentrennung und Afroamerikaner wurden konsequent in fast allen Lebensbereichen vernachlässigt. Das zeigte sich auch in den Bussen: Die vordersten Reihen waren für Weiße reserviert, die hinteren für Schwarze. War der Bus voll, mussten die Schwarzen für die Weißen Platz machen. Die ersten Reihen durften die Schwarzen auch nicht besetzen.

Rosa Parks wiedersetzte sich dem. Nachdem Blake mehrmals ihren Platz forderte, sagte sie einfach: “Nein.” Kurz darauf wurde Rosa Parks verhaftet. Warum sie an diesem Tag so handelte, wisse sie nicht mehr, so Parks. Die Attacke Blakes könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Die Meldung von Rosa Parks Verhaftung verbreitete sich schnell. Bürgerrechtler aus Montgomery starteten daraufhin eine Protestaktion: Alle Schwarzen der Stadt boykottierten die städtischen Busse. Der Anführer der Bewegung: Martin Luther King. Seine Idee war es, die Protestaktion auf friedlichem Wege zu gestalten. Und Rosa Parks war das Gesicht der Bewegung. Nach 381 Tagen konnten die Protestierenden ihre Forderung durchsetzen und die Rassentrennung in Bussen wurde aufgehoben.

Rosa Parks war aber zuvor nicht die erste Frau gewesen, die sich geweigert hatte im Bus für einen Weißen aufzustehen. Claudette Colvin oder Mary Louise Smith hatten vor ihr dasselbe getan, doch ihr Protest blieb ungehört. Was ihnen gefehlt hatte, war die breite Unterstützung der Bürgerrechtler. Die suchten zwar schon lange nach einem Gesicht für die Bewegung, aber Colvin und Smith hatten beide eine zu problematische Vergangenheit. Colvin war eine Teenagerin, unverheiratet und schwanger. Smith hatte einen Alkoholiker zum Vater. Die gläubige Rosa Parks dagegen, eignete sich perfekt.

Nach dem Prozess fiel es dem Ehepaar Parks schwer Fuß zu fassen. Beide verloren ihren Job und mussten mit Morddrohungen per Post und Telefon leben. Als der Ku-Klux-Klan vermehrt brutalste Anschläge auf Bürgerrechtler in Montgomery begeht, erlitt Raymond Parks einen Nervenzusammenbruch. Das Paar verließ die Stadt. Sie ließen sich in Detroit nieder und Rosa Parks arbeitete von 1965 bis 1988 als Sekretärin des schwarzen Abgeordneten John Conyers, der Mitglied des Repräsentantenhauses war.

Am 24. Oktober 2005 starb Rosa Parks in Detroit. Als erste Frau wurde sie im Kapitol öffentlich aufgebahrt. Eine solche Ehre steht nur Präsidenten und Nationalhelden zu.

“Ich wollte nur frei sein, wie jeder andere auch. Ich wollte nicht immerzu gedemütigt werden, wegen etwas, auf das ich keinen Einfluss hatte: Die Farbe meiner Haut.” 

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.