Tür Nummer 22 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Olympe de Gouges wurde als Marie Gouze am 7. Mai 1748 in Montauban, Südfrankreich, geboren. Sie war eine der jüngeren Töchter des kleinbürgerlichen Ehepaares Anne-Olympe und Pierre Gouze. Marie Gouze wurde im Alter von 17 Jahren an den armen Louis-Yves Aubry verheiratet. Er entstammte der Pariser Bourgeoisie und war als Küchenchef bei Adeligen angestellt. Marie Gouze wurde wahrscheinlich gegen ihren Willen verheiratet, über ihre Ehe fand sie auch in späteren Jahren nie ein gutes Wort.

Im August 1766 kam der gemeinsame Sohn Pierre zur Welt. Danach verliert sich die Spur ihres Mannes, später bezeichnet sie sich selbst als Witwe. Um etwa 1770 zog Marie Aubry mit ihrem Sohn nach Paris. Sie legte den Ehenamen ab und nannte sich (Marie-) Olympe de Gouges.

Zwar führte sie eine etwa 17 Jahre andauernde Beziehung mit Jacques Biétrix de Rozières, einem adeligen Transportunternehmer, aber sie heiratete nicht wieder und äußerte sich wiederholt negativ über den Ehestand, der eine Frau unter die Vormundschaft ihres Ehemannes stellte.

Olympe de Gouges verfasste eine Vielzahl von Schauspielen und Romanen, von denen einige erhalten geblieben, kaum ein Stück allerdings jemals auf Deutsch übersetzt worden ist. Inhaltlich beschäftigte sie sich beispielsweise mit der Sklaverei in den Kolonien.

Bekannt wurde Olympe de Gouges in Paris vor allem durch ihre politischen Schriften, die sie in Form von Eingaben und Petitionen an die politischen Institutionen bzw. deren Abgeordnete schickte oder als offene Briefe publizierte oder als Wandplakate aushängen ließ.

De Gouges forderte soziale Maßnahmen für die ärmsten Teile der Bevölkerung, zu deren Finanzierung sie die Einführung einer Luxus- und Glücksspielsteuer vorschlug. Gleichzeitig machte sie sich für Bildung für Frauen stark. Die Trennung von Kirche und Staat war ihr ebenso wichtig, wie ihr Kampf gegen die Todesstrafe.

Als Anfang September 1791 die französische Verfassung verabschiedet und Frankreich eine konstitutionelle Monarchie wurde, schrieb Olympe de Gouges ihre “Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne“. Mit dieser “Frauenrechtsdeklaration” forderte sie die französische König Marie-Antoinette auf, sich mehr dem Vorwärtskommen der Frauenrechte zu widmen.

De Gouges forderte für die Frauen gleiche Rechte und gleiche Pflichten und thematisierte vor allem die Notwendigkeit existentieller Unabhängigkeit und aktiver wie passiver politischer Rechte. Ihre Deklaration war ein wichtiges Dokument für die Frauenbewegung und gleichzeitig das erste seiner Art.

Im Jahr 1793 fiel de Gouges schließlich der Schreckensherrschaft zum Opfer. Über ein Plakat wollte sie zu einer direkten Volkswahl aufrufen. Allerdings wurde sie beim Versuch diese Plakate aufzuhängen verhaftet. Einige Monate war sie in verschiedenen Gefängnissen untergebracht. Zunächst war sie noch davon überzeugt, dass sie bald wieder freigelassen wird.

Ende Oktober 1793 wurde de Gouges in die Conciergerie verlegt, einen Kerker, der der „Vorhof des Schafotts“ genannt wurde. De Gouges wurde auf Grundlage ihrer Schriften wegen ihrer politischen Meinung zum Tod auf dem Schafott verurteilt und am Nachmittag des 3. November 1793 hingerichtet.

 “Frauen, wacht auf! Was auch immer die Hürden sein werden, die man euch entgegenstellt, es liegt in eurer Macht, sie zu überwinden. Ihr müsst es nur wollen.” 

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.

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