Tür Nummer Vier – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Sie war die erste frei gewählte Regierungschefin in der islamisch geprägten Welt und hat das leider nicht überlebt. Benazir Bhutto war Premierministerin von Pakistan. Geboren wurde sie am 21. Juni 1953 in Karachi in Pakistan und war die Tochter von Zulfikar Ali Bhutto, der vor ihr Premierminister gewesen war.  Zulfikar Ali Bhutto war auch der Einzige, der bis dahin auf demokratischen Wege dorthin gewählt wurde. Im Jahr 1977 putschte der General Mohammed Zia ul-Haq und setzte Zulfikar Ali Bhutto ab. Zwei Jahre später wurde Zulfikar Ali  Bhutto zum Tode verurteilt und gehängt.

Seine Tochter Benazir Bhutto flüchtete ins Exil nach London und führte von dort aus die Partei ihres Vaters weiter: Die Pakistanische Volkspartei. Der Leitspruch der Partei: “Unsere Religion heißt Islam, unsere politische Ordnung heißt Demokratie, unser Wirtschaftssystem heißt Sozialismus.”

Nach Zias Tod wurde Benazir Bhutto überraschend zur Regierungschefin gewählt. Zum ersten Mal stand damit eine Frau an der Spitzes eines muslimischen Landes.  Bhutto galt als selbstbewusste Frau und zu ihren Zielen gehörte die Rückkehr zur Zivilgesellschaft. Konkret hob sie das Verbot von Gewerkschaften und Studentenorganisationen auf und startete Programme zur Verbesserung der Lebenslage der ArbeiterInnen auf dem Land. Gegen großen Widerstand der Fundamentalisten, setzte sie sich für eine Verbesserung der Lage von Frauen ein. Beispielsweise startete Bhutto eine Kampagne gegen häusliche Gewalt.

1990 wurde die pakistanische Regierung aufgelöst – Bhutto wurde wegen “Inkompetenz” und Korruptionsverdacht entlassen. In den Neuwahlen wurde ihre Partei aber wiedergewählt und so führte sie noch einmal für drei Jahre die Regierungsgeschäfte. Bis sie wieder entlassen wurde. Dieses Mal wurden die Vorwürfe aber lauter: Sie und ihr Mann seien korrupt, bereicherten sich an Schmiergeldern aus dem Ausland und vor allem ihr Mann sei an Morden an politischen Gegnern beteiligt gewesen. Um sich einer Strafe zu entziehen flohen Bhutto und ihr Mann nach Dubai und später nach London.

Dort verbrachte sie 8 Jahre im Exil, bis sie nach Pakistan zurückkehrte, um 2008 wieder als Premierministerin zu kandidieren. Dazu kam es aber nicht, Benazir Bhutto wurde 2007 bei einem Attentat getötet. Vermutlich wurde sie von einem Selbstmordattentäter erschossen, der sich danach in die Luft sprengte und um die 15 Menschen mit in den Tod riss.

“Ich bin im Leben nicht so weit gekommen, um mich nun von Selbstmordattentätern einschüchtern zu lassen.”

 

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.

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