Tür Nummer Fünf – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Walentina Tereschkowa war die erste Frau im All und eine Vorzeigekommunistin. Geboren wurde sie am 6. März 1937 im sowjetischen Maslennikowo. Ihr Vater war Traktorist, also Kraftfahrer einer landwirtschaftlichen Genossenschaft und fiel im Zweiten Weltkrieg. Sie selbst arbeitete schon als Jugendliche in einer Autoreifen-Fabrik und später in einem Spinnerei-Kombinat, also einem Großbetrieb, bestehend aus kleineren Betrieben. Dort arbeitete sie sieben Jahre lang als Zuschneiderin und Büglerin. Neben der Arbeit ging sie auf eine Abendschule, um sich zur Technikerin weiterzubilden.

1962, zwei Jahre nach ihrem Technikerdiplom, hat sie erfolgreich die Aufnahmeprüfung zur Kosmonautenschule abgelegt.

Ein Jahr später umkreiste sie fast drei Tage lang die Erde, mit der Mission “Wostok 6”. Die Mission wurde seit 1961 geplant. Nach dem ersten Satelliten, dem ersten Tier, dem ersten Menschen und dem ersten Doppelflug im All wollte die Sowjetunion die USA wiederholt schlagen, diesmal mit der ersten Frau im All. Tereschkowa umkreiste die Erde 48 Mal.

Allerdings lief die Mission nicht unproblematisch. Tereschkowa sollte offiziell die physiologischen Reaktionen einer Frau im All erforschen. Doch sie litt unter Raumkrankheit, ignorierte Befehle und beklagte sich über die Enge. Chef Konstrukteur Sergei Kroljow soll daraufhin gesagt haben: “Mir kommen keine Weiber mehr ins All”.

Nach ihrer Landung soll sie ihre restliche Weltraumnahrung an die Bevölkerung verteilt haben.

1964 studierte Tereschkowa an der Schukowski-Ingenieurakademie der Streitkräfte. 1966 wurde sie in den Obersten Sowjet, dem höchsten Staatsorgan, gewählt, 1968 zur Vorsitzenden des Frauenkomitees der UdSSR und 1971 in das Zentralkomitee der KPdSU. Ab 1976 war sie stellvertretende Vorsitzende der “Kommission für Erziehung, Wissenschaft und Kultur”.

Inzwischen ist sie Abgeordnete für Präsident Putins Partei “Einiges Russland” und hat den Rang eines Generalmajors der Russischen Luftstreitkräfte.

“Der Mars ist mein Lieblingsplanet.” – Zu einem Szenario, in dem sie ohne Wiederkehr zum Mars fliegen könnte.

 

Article by Baha Kirlidokme

Studiert Politik- und Wirtschaftsjournalismus an der Hochschule Ansbach. Freier Mitarbeiter bei der Main-Post und dem Schweinfurter Tagblatt. Sitzt aktuell in der bento-Redaktion von Spiegel Online. Autor beim Radiosender ANgedacht. War Redakteur beim Ansbacher Stadtmagazin Kaspar und Autor für das Musikmagazin Stormbringer.

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