Tür Nummer Sechs – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Gertrude Ederle ist die erste Frau, die durch den Ärmelkanal geschwommen ist. Geboren wurde sie am 23. Oktober 1905 in New York City. Schon mit zwölf Jahren stellte sie den ersten Weltrekord über 800 Meter Freistil auf. Während sich die Presse mit den Beschreibungen Ederles eher kräftigen Körpers beschäftigte, wusste sie schon in diesem Alter, dass sie den Ärmelkanal durchschwimmen wollte. Damals hatten das bisher nur fünf Männer gewagt. Es stand außer Frage, dass das jemals eine Frau schaffen könnte. Vor allem die Kälte, der Seegang und die immer wieder vorkommenden Quallen, hatten viele Männer zum Aufgeben gezwungen. In den folgenden Jahren blieb sie aber ihrer Leidenschaft treu und brach elf weitere Rekorde. 1924 gewann sie bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille.

Ein Jahr später wagte Gertrude Ederle einen ersten Versuch im Ärmelkanal. Trotz der Kälte und Erderles Angst vor den Haien, die ab und zu dort auftauchten. Gertrude Ederle wurde von einem Boot voller Journalisten und Freunde begleitet, die ihr immer wieder heißen Kakao zuwarfen. Der Versuch scheiterte aber.

1926  versuchte sie es erneut. Am 6. August schwamm Ederle als erste Frau durch den Ärmelkanal und war schneller als alle Männer zuvor. Sie brauchte nur 14 Stunden und 32 Minuten und war damit zwei Stunden schneller, als der damalige Rekordhalter. Sie soll durch den harten Wellengang geschwommen sein, als ihre Kollegen vom Boot riefen, sie solle aus dem Wasser kommen. Ihre Antwort darauf lautete nur: “What for?”, also: “Wofür?”

Ederle war seit ihrer Kindheit schwerhörig. Durch das Salzwasser im Ärmelkanal verlor sie ihr Gehör vollständig. Sie blieb aber ihrer Leidenschaft treu und gab später Schwimmunterricht für taube Kinder. Im Alter von 98 Jahren starb Gertrude Ederle am 30. November in Wyckoff in New Jersey.

“Die Ärzte sagten mir, mein Gehör würde sich verschlechtern, wenn ich weiter schwimmen würde. Aber ich liebte das Wasser so sehr, ich konnte nicht aufhören”

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.

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