Tür Nummer Sieben – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

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Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Emmeline Pankhurst war eine britische, radikal feministische Theoretikerin und Frauenrechtlerin. Sie wurde am 15. Juli 1858 in Manchester, in eine sehr politische Familie hineingeboren. Ihre Eltern waren radikal-demokratisch eingestellt und Pankhurst nahm schon mit 14 Jahren an einer Versammlung über das Frauenwahlrecht teil. Sie besuchte ab 1873  eine Mädchenschule, heiratete danach den 24 Jahre älteren Rechtsanwalt Richard Marsden Pankhurst und hatte fünf Kinder mit ihm. Im Jahr 1898 verstarb Pankhursts Mann aber und von da an musste sie als alleinerziehende Mutter die Familie ernähren. 

1903 gründete sie mit ihren Töchtern die radikale “Women’s Social and Political Union”. Ihr erklärtes Ziel: Das Frauenwahlrecht. Pankhurst entwickelte in dieser Zeit die Theorie des gewaltlosen Widerstandes, der vor allem auch Hungerstreiks mit einschloss. 

Mit der Zeit radikalisierte sich die Gruppe jedoch immer weiter und hatte bald keinerlei Probleme mit Brandstiftung und sogar Bombenanschlägen. 1903 wurde Emmeline Pankhurst als Drahtzieherin hinter dem Bombenanschlag auf das Landhaus des britischen Schatzmeisters, zu drei Jahren Haft verurteilt. Aber das würde nicht ihr letztes Mal sein. Emmeline Pankhurst und ihre Töchter taten alles für ihr Ziel. Sie störten Wahlkampfversammlungen von Politikern, gingen dafür ins Gefängnis und traten dort in lebensbedrohliche Hungerstreiks, um wieder frei zu kommen. Sie schlugen immer wieder Schaufenster und zündeten auch Landsitze und Briefkästen an. 

Sie standen kurz vor dem Ziel, das Frauenwahlrecht einzuführen, als der erste Weltkrieg ausbrach. Pankhurst stellte sich dann ganz in den Dienst der Nation und unterstütze den “Order of the White Feather”. Ziel dieser Organisation war es, Männer zum Krieg zu nötigen, in dem man denjenigen weiße Federn ansteckte, die nicht bereit waren, zu kämpfen. Ihre Tochter Sylvia schloss sich dagegen den PazifistInnen an. Das sorgte für einen großen Twist zwischen Tochter und Mutter, der bis zu Emmelines Tod nicht beiseite gelegt wurde. Emmeline Pankhurst ging sogar soweit, das Frauenwahlrecht als zweitrangig darzustellen, solange Seeleute und Soldaten endlich ein volles Wahlrecht bekämen.

Emmeline Pankhurst schloß sich nach dem Krieg auch den “Tories” an, der britischen konservativen Partei an und ließ sich sogar als Kandidatin für das Parlament aufstellen. Sie starb am 14. Juni 1928. Drei Wochen nach ihrem Tod trat das allgemeine Wahlrecht für Frauen in Kraft.

“Es gibt etwas, für das Regierungen sich mehr interessieren, als für Menschenleben: Die Sicherheit des Eigentums. Deshalb greifen wir den Feind in seinem Eigentum an.” 

Article by Baha Kirlidokme

Studiert Politik- und Wirtschaftsjournalismus an der Hochschule Ansbach. Freier Mitarbeiter bei der Main-Post und dem Schweinfurter Tagblatt. Sitzt aktuell in der bento-Redaktion von Spiegel Online. Autor beim Radiosender ANgedacht. War Redakteur beim Ansbacher Stadtmagazin Kaspar und Autor für das Musikmagazin Stormbringer.

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