Beim DFB kommen die Uhren von woanders

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Am Dienstag (02.04.19) musste Deutschland tief durchatmen. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat sein Amt niedergelegt. Reinhard Grindel hat damit die Konsequenzen aus dem frühen WM-Aus (Grindel: 0 Tore) und dem Abstieg in der Nations-League (Grindel: 0 Tore) gezogen.

Grindel (1 Armbanduhr) ist seit 2016 Nachfolger von Wolfgang Niersbach, der den falschen Fuffzigers Theo Zwanziger beerbt hat. Viel ist ihm nicht gelungen. Noch immer ist der Fußball eine Männerdomäne, noch immer ist die deutsche Nationalmannschaft ausschließlich in der Hand von Deutschen.

Grindel ist sehr konservativ (ZDF) und gehört der öffentlich-rechts Partei (CDU) an. Das hat er den Grünen zum Trotz auch offen zur Schau gestellt. So habe er laut Özcan Mutlu (Bündnis 90 – Die Grünen/AKP) sogar die AfD erfunden, bevor sich die AfD selbst erfunden hatte.

Der Erfinder des Rücktritts

Reinhard Grindel hat auch den Rücktritt erfunden, bevor er ihn gefunden hatte. Eine Ethikkommission wird nun klären, wie viele Uhren Grindel (1 Brille) angenommen hat, wie oft er zum Essen (Hummer) eingeladen wurde und ob er möglicherweise Oliver Bierhoff Zahnpasta unter die Türklinke seines Büros geschmiert habe. Eingehend wird vor allem der Zahnpasta-Vorfall geprüft werden müssen, denn mit der vorsätzlichen Verschwendung von Hygiene-Artikeln ist beim DFB nicht zu spaßen.

Doch wie geht es weiter für den Mann, der zuletzt im DW-Interview noch so kraftvoll seinen Mann gestanden hatte, der wütete, zürnte und in bester Rudi Völler-Manier aus der Tür stürmte? Natürlich bei FIFA und UEFA. Dort, wo man ein Bestechungsgeschenk zur richtigen Zeit noch zu schätzen weiß, dort wo Champagner und Gelder fließen wie das Öl in Katar.

Der Mann steht im Abseits

Grindel kann man allerdings nur verstehen, wenn man den Fußball versteht. Vor allem die Abseits-Regel. Denn da steht der Mann, der Jogi Löws Vertrag verlängert hat, ohne vorher mit den rund 30 Millionen anderen in Deutschland lebenden Fußballtrainern Rücksprache gehalten zu haben, nun. Da hilft auch der Videobeweis nichts. Und wer in Smartphone-Zeiten noch eine Armbanduhr trägt, macht sich per se verdächtig.

Die Kritik aus den eigenen Reihen ist laut, von einer Fehlbesetzung ist die Rede wie einst Lukas Podolski bei den Bayern. Reinhard Grindel wirkt wie der kleine Bruder des Imperators, wie der böse Cousin von Jar Jar Binks oder der immer etwas ungeschickte und nur geduldete Vetter der Corleone-Familie.

Immer nur zweite Wahl

Dass in der B-Jugend für den studierten Juristen Schluss war, lässt Schlüsse auf seine Vita zu. Immer nur zweite Besetzung, ob beim Zweiten Deutschen Fernsehen oder als lediglich stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Elbe-Weser.

Grindel ist ein B-Movie, das für schlappe 78.000 Euro in die Kinos kam und von den Kritikern noch vor dem Abspann zerrissen wurde. Doch wer füllt das rund 100 Kilo schwere Loch, das er hinterlässt? Der DLF fordert Claudia Roth, die damit endlich ihre Partei entlasten und stillschweigend in Katar entsorgt werden könnte. Denn Claudia Roth bringt genau das zum DFB, was ihn ausmacht: Realitätsferne und Weltfremdheit.

Article by Fabian Schütz

Geboren in der Nähe von Augsburg, aufgewachsen ohne Verstand aber mit sehr lieben Eltern, hat traurige Berühmtheit als Klassenclown erlangt. Danach Buchhändler, dann Student des Journalismus und hat die Liebe zur Kunst entdeckt. Die Kunst des Blödsinns. Seitdem hat er beschlossen die Menschen um sich zum Lachen zu bringen. Er mag keinen Rosenkohl, Hitler und Katzen. Er glaubt das sei die Dreifaltigkeit aus der Hölle.