CDU-Parteitag: Merz vs. AKK – Wer ist besser?

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Die CDU wählt heute ihren neuen Vorsitzenden. Jens Spahn werden wenig Chancen eingeräumt, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz liefern sich hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch wer wird Merkels Nachfolger als Vorsitzender und vielleicht als Bundeskanzler? Wir haben aufgeschrieben, was für Merz spricht und was für AKK spricht.

Merz und AKK haben verschiedene prominente Unterstützer. Während Merz unter anderem von Bundestagspräsident und Ex-Griechenland-Schreck Wolfang Schäuble unterstützt wird, hat Kramp-Karrenbauer Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hinter sich. Beide Kandidaten stehen für unterschiedliche Positionen, die unter anderem unser Redakteur Baha hier zusammengefasst hat. Aber was spricht für wen?

 

Baha findet:

Friedrich Merz ist der richtige Vorsitzende für die Union. Der Mann ist ein klassischer, spießbürgerlicher, konservativer Familienvater, der regelmäßig in die Kirche geht, wenn er nicht gerade in den Vorstandssitzungen irgendwelcher Banken, Fondsgesellschaften oder DAX-Unternehmen sitzt. Er ist genau das, was die CDU gerade dringend braucht: Ein konservativer Kapitalist, der die Partei wieder weiter nach rechts rückt.

Nachdem Merkel die CDU seit ihrem Parteivorsitz durchaus liberalisiert (aber nicht nach links gerückt) hat, ist die Partei inzwischen mit der SPD verschmolzen. Das schadet dem zweipoligen Parteiensystem, es gibt keine richtige Linke und keine richtige Rechte. Deswegen wandern CDU-Wähler seit Jahren zur AfD ab. Ein konservativer Kapitalist würde der CDU helfen, sich wieder von den Sozialdemokraten abzugrenzen und klare Politik für ihre Wähler zu machen. Das würde die AfD überflüssig machen.

Merz als CDU-Vorsitzender wäre aber auch gut für die politische Linke. Wenn die CDU weiter nach rechts abdriftet, könnte sich die SPD auch stärker abheben, sofern sie eine komplett neue Parteispitze wählt und ein komplett neues Parteiprogramm verabschiedet. Tut sie das nicht, nehmen sicher auch Grüne und Linke die neuen Wähler, die keine Lust auf eine rechte CDU haben, dankend an. Die Wähler, die vielleicht wegen Merkels vermeintlich weltoffener Politik CDU gewählt haben.

Denn die meisten Menschen haben eigentlich keine Lust auf ausländerhassende Wirtschaftsmarionetten. Auch, wenn viele von ihnen die AfD gewählt haben, sehnen sie sich eigentlich nach sozialer Sicherheit und Gerechtigkeit. Das konnte die Große Koalition genauso wenig bieten, wie die parlamentarische Linke. Durch eine klare Abgrenzung kann die Linke diese Sehnsucht endlich wieder aufnehmen. Dann kann ein Friedrich Merz oder ein Konrad Adenauer Kanzlerkandidat der Union sein, die Menschen hätten wieder eine echte Alternative.

Deswegen: Ja zu Friedrich Merz als CDU-Vorsitzenden. Ja zu Friedrich Merz als Kanzlerkandidat. Aber nein zu Merz als Bundeskanzler. Denn so bekommt Deutschland nach Jahrzehnten kalter und rückständiger Politik endlich wieder die Chance, auf einen modernen Aufbruch.

 

Lukas findet:

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die richtige Vorsitzende für die CDU. Klar, ihr Ruf als “Mini-Merkel” kommt nicht von ungefähr. Aber was ist daran schlecht?

Friedrich Merz würde die CDU und damit das ganze Land, sollte er Bundeskanzler werden, mehr nach rechts rücken. Kann das unser Wunsch sein? Nur weil die vage Hoffnung, dass dadurch die politische Linke wieder stärker werden könnte, mitschwingt?

Wer behauptet, dass der Absturz der SPD nur Angela Merkels Partei geschuldet ist, der macht es sich zu leicht. Den Fehler bei Anderen zu suchen ist in keiner Lebenslage empfehlenswert. Erst recht nicht in den meisten politischen Debatten. Die SPD hat es vielleicht nicht geschafft, aber die Grünen haben es trotz Merkel geschafft, einen beachtlichen Zuwachs zu erreichen. Zugegeben, sie müssen sich zwar gerade nicht in einer Koalition mit den Konservativen verstellen, tun es aber doch irgendwie, für eine zukünftige Koalition.

Kramp-Karrenbauer würde den Regierungskurs von Angela Merkel weitestgehend fortführen. Der Kurs war zwar nicht für alle Menschen gut, aber er war oftmals geprägt vom bestmöglichen Kompromiss.

Auch unter einer CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer könnte sich die politische Linke klar von der Union abgrenzen. Wenn sie das nicht kann, braucht man sie ohnehin nicht mehr.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die CDU auch nach 2021 den Kanzler stellt, ist nicht gering. Annegret Kramp-Karrenbauer ist definitiv für alle “Nicht-CDU-Wähler” das kleinere Übel und würde ihrer Partei einen großen Dienst erweisen, den Merkel-Kurs weiterzuführen.

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Article by Relevant Magazin

Das Relevant Magazin ist ein Cross-Mediales Politik Magazin. Die Autoren des Beitrages sind am Ende des Textes aufgeführt.

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