Coding da Vinci: Der Kulturhackathon kommt in den Süden

Coding da Vinci

Am Mittwoch saßen die Veranstalter von Coding da Vinci gemeinsam mit Journalisten in der Münchner Monasencia und schwärmen vom Kulturhackaton Coding da Vinci.

Ein Kulturhackathon – das ist, wenn Coder*innen und Kreative zusammen an Datensätzen aus dem Kulturbereich arbeiten. Ansonsten funktioniert alles genau wie bei einem gewöhnlichen Hackathon: Aus Datensätzen sollen Apps, Webseiten oder Virtual-Reality-Anwendungen geschaffen werden. Mit Coding Da Vinci Süd wird der Kulturhackathon zum ersten Mal seit seiner Gründung 2014 nach Süddeutschland kommen.

Kultur wird ins digitale Zeitalter gehievt

Über 30 Kulturinstitutionen aus Baden-Württemberg und Bayern stellen Datensätze bereit, an denen in einem Zeitraum von sechs Wochen gearbeitet werden darf. Am 6. und 7. April findet das Matching zwischen den Hacker*innen und den Kulturinstitutionen im Gasteig statt, am 18. Mai werden die Ergebnisse dann in Nürnberg abschließend präsentiert.

Die Datensätze sind bunt und sehr verschiedenartig. Kuriositäten sind eine Sammlung von Speisekarten aus München, aus denen die aus heutiger Sicht teilweise seltsamen Speisegewohnheiten der Münchner*innen hervorgehen. Mit dabei ist auch das Fränkische Wörterbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, das Fragebögen seit 1913 zu Sprach- und Kulturgewohnheiten der fränkischen Bezirke enthält und teilweise schon digitalisiert ist. Andere Datensätze enthalten ausschließlich Bilder und sind teilweise so klein, dass sich das Hacken als schwierig erweisen könnte.

Öffentliche Daten für die Öffentlichkeit

Gerade in wissenschaftlichen Institutionen, die öffentlich gefördert werden, ist die Offenheit gegenüber offenen Daten oft relativ groß: Das Wissen wurde schließlich mit öffentlichen Geldern geschaffen, sollte also auch allen zu Gute kommen. Eine Voraussetzung zur Teilnahme ist die Zusicherung der Kulturinstitutionen, dass die Datensätze und damit die Apps und anderer Ergebnisse auch nach dem Hackathon noch unter Creative-Commons-Lizenzen öffentlich nutzbar sind.

Coding da Vinci will Menschen erreichen, die sich die Daten nicht im Museum anschauen würden. Generation Apps also. Durch das Vernetzen von Kulturinstitutionen und Technikwelt sollen mehr Menschen an der Kultur teilhaben können.

Die Ergebnisse werden in sechs Wochen in Nürnberg präsentiert. Das Relevant Magazin wird von dieser Veranstaltung crossmedial berichten.

Patrick Klösel

Article by Patrick Klösel

Patrick Klösel hat Volkswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Philosophie in Tübingen und Paris studiert. Er ist aktiv im Netzwerk Plurale Ökonomik, das sich für einen neuen Blick auf unsere Wirtschaft einsetzt – in der Volkswirtschaftslehre an deutschen Universitäten genauso wie in wirtschafts- und sozialpolitischen Debatten. Zurzeit lebt, arbeitet und studiert er in München. Kontakt: patrick[at]relevant-magazin.de Marktverzagen erscheint zweiwöchentlich im Relevant Magazin.