Das ZDF, Berti und ich

mainzelmännchen

Wir müssen reden!

Lasst uns reden. Auch und vor allem über Dunja Hayali (ZDF). Auch und vor allem, weil sie eine Frau (ZDF) ist, die nur reden will und eine ganz und gar professionelle noch dazu. Das haben die Medien (ZDF) durch die Bank bestätigt. Sie hat auf die unerwartete Störung einer Zuschauerin, während des morgendlichen MoMa (ZDF), professionell reagiert. Obwohl sie daheim auch noch die Mainzelmännchen (ZDF) beaufsichtigen muss. Anton, Berti, Det, Edi, Conni und Fritzchen. Die unheiligen Sechs von der Lügenpresse (ZDF).

Dass sie ein Profi ist, wird vor allem Christian Lindner (FDP) freuen, denn der hat inzwischen Angst, dass ihm ein Haufen Fünftklässler den Rang ablaufen und wirkungsvollere Politik als er betreiben. Lindner könnte mit Sicherheit sehr professionell eine Drogeriekette (dm) vermarkten. Als Abteilungsleiter für „Retuschierung der Realität“ würde er eine klare Duftmarke setzen und weiterhin verirrte Wähler in seine Höhle locken, in die dann einer reingeht und zwei hinauskommen. Das würde vor allem Investoren freuen, denen alles volkswirtschaftliche nicht nur fremd, sondern auch scheißegal ist.

Frau Hayali kam allerdings auch das Timing zugute. Die Störung erfolgte fast pünktlich zur Abgabe nach Mainz und den Nachrichten. Danach sollte es auch ein Gespräch geben, ob sie nun von der Lügenpresse sei oder nur eine Lügenfresse habe. Auch das Thema „Illegale Adoption der Mainzelmännchen“ sollte zur Sprache gebracht werden. Aber dazu kam es nicht. Das ZDF (ZDF) weigert sich eine Angabe zu machen, mäandert aber herum, dass es im Anschluss der Sendung (ZDF) noch ein Gespräch ohne Beschimpfungen gegeben hätte.

Berti packt aus!

Doch jetzt hat Berti ausgepackt. Seitdem Django Hayali ihn mit Fritzchen hintergangen hatte, wird es für ihn Zeit mit „IrRelevant“ Klartext zu reden:

„Es sollte kein Geheimnis sein, dass in den Medien die Wahrheit hinter die Sendbarkeit gerückt ist“, bricht der Mainzelmann sein Schweigen über das MoMa-Konzept vor dem Zwischenfall. „Der gar fürchterliche Pullover des Wettermannes sollte Gegenstand des Gesprächsthemas werden, nicht die schlechten und unbestimmten Wetteraussichten. Da wollte Hayali ganz klar das Publikum ablenken. Lieber dieses scheußliche Teil – Karl Lagerfeld rotiert im Grab – in den Mittelpunkt stellen, als zu offenbaren, dass unsere Regierung nicht weiß, wohin uns das Wetter führt. Bäume fallen um, manchmal auch Reissäcke und alle schauen weg. Nur auf einen Pullover. Da kann man hinschauen und sich empören ohne Konsequenzen.“

Wir sind geschockt. Berti bricht in Tränen aus. Er erzählt uns intime Details von den Zuständen in den Mainzer Büros. „Es gibt Tage, da passiert nichts. Gar nichts. Nicht mal Merkel ruft an und hat ein paar Tipps, wo wir weggucken sollen. Dann erfinden wir wieder eine russische Bedrohung, malen den Brexit schwarz aus oder warnen vorm Schulschwänzen. Und letzte Woche haben noch nicht mal die Fußballergebnisse gepasst. Drei Brexit-Vereine schießen uns Deutsche aus der Fußball-Champions-League. Wir waren fertig. Aber zu viele hatten die Spiele gesehen, als dass wir das noch hätten drehen können. Dunja hat uns angeschrien, den Kaffee entzogen und uns erst wieder aufs Klo gelassen, als jeder von uns einen sendbaren MoMa-Beitrag hatte.“

Wir führen dieses Gespräch in einem abhörsicheren Gewölbe unter der Mainzer Innenstadt. Wir müssen aufpassen. Iman Fadil, die im „Bunga-Bunga“-Prozess um den ehemaligen italienischen Premier Berlusconi hätte aussagen sollen, ist an einer illegalen radioaktiven Substanz verstorben. Und wir? Wir hatten mit Hayali noch nicht mal Sex, aber Berti. Es ist für ihn mehr als riskant das Gespräch mit der Presse zu suchen.

„Manchmal erinnern mich die Zeiten an die DDR. Nur mit mehr Sendern. Aber alle senden das Gleiche. Außer die privaten. Die machen sich gar nicht mehr die Mühe vorzugaukeln irgendwas mit der Wirklichkeit zu tun zu haben. Wir bekommen unterschwellig Meinungen eingeimpft. Es sind die Zwischentöne wie Claus Kleber (ZDF) uns sogar Gefühle vorgaukelt, obwohl er innerlich so verdorrt wie eine Rosine ist. Gefühle, die wir unbewusst übernehmen und weitergeben, in den sozialen Medien verbreiten, bis das Unwahre schließlich für wahrhaftig befunden wird.“

Auf welcher Seite stehen wir?

Wir werden nervös. Mit so etwas haben wir nicht gerechnet. Und langsam dämmert uns, dass die Frau, die auf etwas unbeholfene Art und Weise das Gespräch mit Dunja Hayali gesucht hatte, vielleicht nie mehr wird sprechen können.

„Wer im ZDF Kritik anbringen will, kann danach nur noch in der Anstalt (ZDF) arbeiten“, fügt Berti hinzu.

Es ist erschreckend. Wir müssen auf Schleichwegen die unterirdischen Katakomben verlassen. Begegnen Max Uthoff (ZDF) und Claus von Wagner (ZDF), die schwer bewaffnet unterhalb der Kanalisation einen Rückzugsort eingerichtet haben.

„Seht ihr?“, fragt Berti, „das ist kein Leben und ist doch erst der Anfang. Deshalb appelliere ich an alle, sich eine eigene Meinung von den Zuständen zu bilden. Dringend. Wo immer es geht, stört, hakt nach, legt Euch Argumente zurecht und greift in die Diskussionskultur ein. Seid bereit allein zu stehen. Seid kein Berti. Seid wahrhaftig.“

Als wir den Tunnelausgang erreichen, hören wir Schüsse. In Gedanken sind wir bei Berti und seinen Freunden. Es wird ein langer Kampf. Aber auch nur, wenn wir uns wehren.

Daheim im Büro fragen wir uns, auf welcher Seite WIR stehen. Den komischen Gasgeruch ignor…

Article by Fabian Schütz

Geboren in der Nähe von Augsburg, aufgewachsen ohne Verstand aber mit sehr lieben Eltern, hat traurige Berühmtheit als Klassenclown erlangt. Danach Buchhändler, dann Student des Journalismus und hat die Liebe zur Kunst entdeckt. Die Kunst des Blödsinns. Seitdem hat er beschlossen die Menschen um sich zum Lachen zu bringen. Er mag keinen Rosenkohl, Hitler und Katzen. Er glaubt das sei die Dreifaltigkeit aus der Hölle.

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