Die widerlich mörderische Fratze der EU (Der Rote Faden)

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Am Dienstag hat die marokkanische Marine ein Schiff mit Geflüchteten beschossen. Drei Menschen wurden verletzt und eine Frau starb. Das sollte eigentlich wütend machen, doch man liest kaum irgendwo davon.

Stell dir vor, die EU finanziert bewaffnete Menschenjagden und niemand interessiert sich dafür.

Italien verweigert Geflüchteten über das Mittelmeer die Einreise. Deshalb machen sich mehr Menschen auf den Weg nach Spanien. Der Abstand zwischen Marokko und Spanien beträgt in der Straße von Gibraltar stellenweise nur 14 Kilometer. In Marokko liegen die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla. Diese gehören zum Staatsgebiet Spaniens. Die spanische Regierung verlangt von Marokko, Ausreisen von Geflüchteten zu verhindern. Seit Jahresbeginn soll das nordafrikanische Land 54.000 Menschen an der Reise in die EU gehindert haben.

Ekelhafter ist nur, dass das längst kein Einzelfall mehr ist, sondern die EU beim Töten fleißig mithilft. Schon letztes Jahr berichteten Medien vereinzelt darüber, dass Libyen seine Hoheitsgewässer ausgeweitet hat, um gezielter Geflüchtete vor der Ankunft in Italien abzuhalten. Von Italien gab es dafür logistische und technische Unterstützung. Von der EU gibt es bis 2020 sogar 285 Millionen Euro für die libysche Marine.

Das alles wird benutzt, um Boote von Geflüchteten kentern zu lassen oder sogar mit Gewehren zu beschießen.

Einer der leitenden Soldaten heißt Abd al Rahman al-Milad alias „Bija“. Die EU weiß, dass er als brutaler Psychopat gilt. Trotzdem unterstützen sie ihn finanziell. Dazu kommt, dass sich die lybische Marine unter seiner Leitung von Schmugglern und Schleusern bestechen lässt. Er bereichert sich also auch noch an der Flucht von Menschen.

Bei Menschenrechtlern gilt dieser Einsatz im Mittelmeer schon länger als völkerrechtswidrig. Mittlerweile werden selbst die Boote von Seenotrettern beschossen.

Unsere Regierungen gehen offensichtlich über Leichen. Sie nehmen nicht nur in Kauf, dass auf dem Mittelmeer Menschen sterben. Sie fördern es sogar aktiv und machen sich zu Mittätern.

Was macht die deutsche Medienlandschaft? Abgesehen von Ausnahmen meist kleine Meldungen, wenn überhaupt. Und wir? Gar nichts. Es ist einfach nur widerlich, dass Menschen vor unserer eigenen Haustür auf andere Menschen schießen, weil wir zu arrogant sind, unsere Sicherheit und den Wohlstand unserer Unternehmer zu teilen. Anstatt Seebrücken zu schaffen und Auftragskiller genauso hart zu bestrafen, wie wir Piraten bestrafen.

Article by Baha Kirlidokme

Studiert Politik- und Wirtschaftsjournalismus an der Hochschule Ansbach. Sitzt aktuell in der taz.de-Redaktion. Schreibt für bento von Spiegel Online. Freier Mitarbeiter bei der Main-Post und dem Schweinfurter Tagblatt. Autor beim Radiosender ANgedacht. War Redakteur beim Ansbacher Stadtmagazin Kaspar und Autor für das Musikmagazin Stormbringer.