Friss oder stirb: Sportler sind auch nur Huren

Sportler sind auch nur Huren

Deutschlands bekanntester Handballer sagt, dass man als Profi-Sportler nicht mehr seine Meinung sagen kann und alle flippen aus. Dabei hat er Recht. Der Sport ist so kommerziell geworden, dass einem die Akteure nur Leid tun können.

In einem Interview mit T-Online hat der ehemalige deutsche Handballspieler Stefan Kretzschmar gesagt, dass es in Deutschland keine Meinungsfreiheit mehr für Profi-Sportler geben würde. Zwar würde man nicht ins Gefängnis kommen, aber kein Sportler würde mehr eine Meinung äußern, die nicht dem Mainstream entspricht, weil er Ärger mit dem Arbeitgeber und Werbepartnern blühen würde. Damit hat er voll ins Schwarze getroffen.

Die darauf folgende Debatte über Meinungsfreiheit führt aber am Thema vorbei. Natürlich kann hierzulande jeder seine grundgesetzkonforme Meinung äußern. Auf das große Geld durch aalglatte Werbekampagnen muss man dann aber verzichten. Ein Kompromiss den die Wenigsten wählen würden. Denn Integrität wird schnell zweitrangig, wenn das große Geld kommt.

Die Wahl zwischen Geld und Freiheit

Wenn Sportler sich heute nicht trauen ihre Meinung öffentlich zu äußern, weil sie um Sponsoren und ihre Gehälter fürchten, dann hat das nichts mit der Meinungsfreiheit zu tun, sondern zeigt eindrucksvoll, wie kommerziell der Sport mittlerweile geworden ist.

Aber damit haben vermutlich die wenigsten Profis ein Problem. Denn schicke Wagen, das schöne Haus, das gesamte Luxusleben möchte man schließlich nicht aufgeben. Aber dieses Leben hat eben seinen ganz speziellen Preis. Wer sich selbst als Reklametafel vermarktet muss, wie die analogen Werbeflächen glatt sein. Nur so lassen sich die Werbebotschaften gut aufkleben.

Dieses Problem haben übrigens nicht nur Sportler. Jeder, der sich aufgrund seines Arbeitgebers nicht in der Lage sieht seine Meinung frei zu äußern, kann einfach kündigen. Klar, mit Hartz IV oder einem schlechter bezahlten Job lebt es sich nicht mehr so gut, aber Freiheit hat eben ihren Preis.

Sportler waren nie intellektuelle Leitfiguren

Seien wir mal ehrlich, die wenigsten Profi-Sportler dienen unserer Gesellschaft als intellektuelle Leitfiguren. Müssen sie auch nicht. Aber ihre Prominenz und die damit verbundene Aufmerksamkeit zwingt sie in eine Vorbild-Rolle, die eine große Verantwortung mitbringt. Dann sollten sie sich vielleicht zweimal überlegen, welche Meinung man vertritt. Und natürlich, ob diese Meinung es Wert ist, das eigene Lebensmodell aufzugeben.

Lukas Rumpler

Article by Lukas Rumpler

2010 mit dem Bloggen angefangen - irgendwann zum Journalisten geworden. Ressort-Journalismus Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt auf Politik und Wirtschaft.

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