Hört auf mit dem Hass (femme courageuse)

Titelbild_Männerhass

Wir unterbrechen das alltägliche, abgestumpfte Programm für einen kurzen, dringend nötigen Realitätscheck:

Männer haben Frauen jahrhundertelang unterdrückt. Das stimmt.

Frauen haben deshalb sehr lange keine Chance auf Selbstverwirklichung und freien Willen gehabt. Das stimmt auch.

Und heute gibt es immer noch Probleme bei der Gleichberechtigung. 100 Punkte an Gryffindor.

ABER: Nicht alle können in der Diskussion um Gleichberechtigung mitreden und das ist ein ernsthaftes Problem.

Männerhass macht die Diskussion um Feminismus kaputt

In der Diskussion um den Feminismus wird oft eine Gruppe einfach ausgeschlossen: Die Männer. Und das, obwohl sie maßgeblich an der Situation beteiligt sind. Richtiger Männerhass hat sich teilweise in manchen feministischen Strömungen etabliert, der die ganze Bewegung gefährdet. Wenn #MenAreTrash durch die Social Media Kanäle dröhnt, fühlt sich so mancher Mann angegriffen. #MenAreTrash sollte eigentlich vor allem zeigen, dass es eben Männer gibt, die nicht bereit sind, für eine Diskussion und die sich eben daneben benehmen. Mit der Überspitzung sollte Aufmerksamkeit geschaffen werden, für ein nicht zu leugnendes Problem. Doch gerade so eine Generalisierung erreicht eher das Gegenteil und schießt damit über ihr Ziel hinaus.

Manche Männer schaffen es nicht, sich an Diskussionen zu beteiligen. Auch wenn sie es wirklich wollen. Machen sie nur den Mund auf, haben sie manchmal das Gefühl, ihnen würde sofort die geballte Wut aller unterdrückten Frauen entgegen geschleudert. Und damit ist auch oft wieder das Ziel einfach verfehlt.

Woher kommt der Hass? 

Wenn man sich in die Rolle der Frau einfühlt, kann man manche Dinge nachvollziehen. Jahrtausende lange Unterdrückung, die bis heute noch in fast allen Lebensbereichen wirkt. Und dann soll man sich mit den “Peinigern” unterhalten? Sogar diskutieren? Ich kann diese Wut als Frau in vielen Bereichen nachvollziehen, teile sie aber nicht in dem Maße.

Wenn einen gerade ein Vorgesetzter wiederholt “Schätzchen” nennt, man weniger verdient oder sich nicht mehr nachts alleine auf die Straße traut, will man am liebsten auch nur jedem Kerl in Reichweite die Meinung geigen. Doch dabei kann man sich verlieren und fällt in ein tiefes Loch. Wenn man sich darunter ziehen lässt, hasst man, generalisiert man und am Boden angekommen betreibt man Populismus. Alle Männer sind dann Feinde, keiner kann auch nur ansatzweise verstehen, wie es uns Frauen geht und sowieso sollen Männer zu dem ganzen Thema einfach den Mund halten.

“Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.” (Meister Yoda – Star Wars Episode I)

Aus dieser Wut und dem Hass spricht auch irgendwo Angst. Angst, wieder dem “übermächtigen Mann” ausgeliefert zu sein. Also haut man lieber immer und überall richtig auf die Kacke und macht die Augen zu vor dem Schaden. Und der ist immens. Männer, die zur Diskussion bereit wären, trauen sich nicht, den Mund auf zu machen. Sie haben Angst vor der Reaktion und ziehen sich zurück in die Schuld der männlichen Generationen vor ihnen. Viele Männer sind dem Thema Gleichberechtigung offen oder sogar positiv gestimmt. Es gibt zuhauf männliche Feministen. Was früher war, kann der Mann von heute nicht mehr verantworten. Er muss es zwar verstehen ja, und auch daraus lernen. Aber er soll sich nicht bis in alle Ewigkeit geiseln müssen und im Selbsthass still untergehen.

Es muss sich etwas ändern 

Es kann nur eine Gleichberechtigung geben, wenn Mann und Frau auf Augenhöhe diskutieren können. Es kann sie nicht geben, wenn eine der beteiligten Parteien ausgeschlossen wird. Alleine kann die Frau sich nicht gleichstellen, der Mann ist da genauso daran beteiligt.
Wir brauchen einen Dialog, wir können niemanden bei dem Thema ausschließen. Ansonsten bewegen wir uns rückwärts und kommen niemals an, bei der Gesellschaft, die sich der Feminismus wünscht: Geschlechter sind egal, alle werden gleich behandelt und alle sind auf jeder erdenklichen Ebene gleich.

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.