Lasst die SPD einfach sterben (Der Rote Faden)

Die SPD dümpelt gerade mal bei 14 Prozent herum und verliert eine Landtagswahl nach der anderen mit katastrophalen Verlusten. Das ist die Rechnung dafür, dass sie mit Bankern ins Bett geht und den Konservativen die Macht sichert. Sie hat schon lange den Bezug zum Wähler verloren. Warum soll es sie also überhaupt noch geben?

Ganz ehrlich: Dieser Artikel ist gleichzeitig meine ganz persönliche Abrechnung mit der SPD. Wie oft habe ich ihr nach einer Wahlniederlage oder irgendeiner neuen Dummheit eine weitere Chance gegeben? Wie oft habe ich in diesem Magazin geschrieben, dass sie wichtig für Deutschland sei und dass sie nicht scheitern dürfe. Erklärt, wie sie überleben könne? You know what? Scheiß drauf! Die Partei hört nicht auf ihre Unterstützer? Dann muss sie halt sterben.

Klar, es gibt immer noch stramme Sozialdemokraten, die meinen, ohne die SPD unter Merkels Kanzlerschaft, gäbe es keinen Mindestlohn. Keine Mietpreisbremse. Keine Ehe für Alle. Das stimmt. Aber ohne die SPD gäbe es auch keine Waffenexporte, keine zersplitterte Linke und keine Wasserleichen im Mittelmeer.

Die SPD war mal eine große linke Volkspartei. Sie war mal die große linke Volkspartei. Sie stellte sich als einzige geschlossen gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz. Sie stellte den Bundeskanzler, der in Warschau um Vergebung für die Gräueltaten Nazideutschlands bat. Sie erkämpfte das Frauenwahlrecht. Aber spätestens seit Schröder ist von dem alten Glanz nichts übrig.

Kapitalismus ist geil, Kommunismus doch nur so ein Arme-Leute-Ding

Die SPD ist heute die Partei der Beamten und Banker. Der Großunternehmer und Geldwäscher. Gleichzeitig zersplittert sie die politische Linke – zusammen mit Linkspartei und Grünen – und lässt die einfachen Bürger zu Nazis rennen. Sie hat die Ungerechtigkeit im Land mit den Hartz-Gesetzen massiv gefördert und die Cum-Ex-Deals weitgehend ignoriert.

Sterbehilfe ist eine Option

Aktuell liegt die Partei mit 14 Prozent im Sterben. Progressive Kräfte flüchten sich deswegen in Sammlungsbewegungen. Die können wirklich sinnvoll sein, wie die kosmopolitische Diem25, oder wirklich grauenhaft, wie die Geflüchteten-hassende “aufstehen“-Bewegung. Was der deutschen Linken wirklich helfen würde, wäre aber ein Neustart. Wir sollten endlich dazu lernen und aufhören, die SPD zu wählen. Zulassen, dass sie mit unter fünf Prozent aus dem Bundestag fliegt und aus ihrer Asche eine neue linke Partei gründen, die ernsthafte Politik für die 99 Prozent macht, nicht für den reichen Prozent.

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Article by Baha Kirlidokme