Linksgrünversifft, Rechts oder Nazi

Was ist besser? – Ein Aufsatz in Absätzen

Puh. Politik. Schwieriges Thema. Alle sind empfindlich und tolerieren nicht die Meinung des Anderen. Das nennen wir dann Kompromiss oder auch Demokratie.

Dazwischen liegt dann Chemnitz. Sind wir nicht alle ein bisschen Chemnitz? Der dicke tätowierte Nazi, der einen lauffreudigen Farbigen jagt, ist noch kein Verbrecher. “Fangen” haben wir schon auf dem Pausenhof gespielt. In der Turnhalle dann „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“. Früh übt sich. Am Ende haben dann sowieso immer die schwarzen Männer gewonnen. Die haben sich auch deutlich schneller vermehrt.

Es gibt drei verschiedene Lager der Einwanderungsgesinnung

Die, die alle Menschen mögen, egal ob es die attraktive Nachbarin mit den scharfen Kurven ist, oder der Neger mit der scharfen Machete. Sie finden es ganz supitastisch, dass wir auch andere kulturelle Einflüsse erfahren. Egal ob beim Essen oder Messern. Wir sollen nicht immer kopflos agieren, nur weil ein Syrer am Dönerstand mit scharfen Gegenständen, die kein Gewürz sind, herumfuchtelt. Das ist halb so wild, sagen sie. Im Gegensatz zum Fuchtelnden. Der ist vermutlich wild. Wegen irgendwas mit Ehre. Deshalb nennen wir sie linksgrünversifft, weil sie eine reinrassig-nationale Bevölkerung ablehnen. Der Neger mit der Machete nimmt sich einfach die drallbrüstige Nachbarin. Weil er einen größeren Penis hat als ich. Und eine Machete.

Sie mögen auch Familien mit zwei und mehr Müttern, Väter, die Elternzeit nehmen, um mehr RTL gucken zu können, und Transen-Kids. Sie sind der Welt gegenüber sehr offen. Ihr Hintern ist es oft auch.

Der Rechte dagegen ist wertekonservativ. Er mag es so wie es immer war. Wenn es nach ihm ginge, würden wir noch heute gemütlich in einer Höhle sitzen, die Wand mit Mammut-Krakeleien vollschmieren und einen Baum anbeten, der zufällig die Form von irgendwas Heiligem hat. Aber er ist dem Fortschritt nicht gänzlich abgeneigt. Zum Beispiel findet er den Schießbefehl ganz gut. Besser und treffsicherer als der Wurfbefehl mit Speeren. Er mag die klassische Familie mit Mann, Frau und Balg. Selbst wenn die Frau fremdgeht, der Mann sich durch die Gassen hurt und das Balg eher eine Dorfplage ist. Wichtig ist vor allem, dass die Frau das Essen pünktlich auf den Mittagstisch bringt. Er braucht auch kein exotisches Essen, Hauptsache die Portionen sind groß. Und mit Schnitzel.

Was unterscheidet ihn vom Nazi?

Der Nazi hat eine Rassenideologie, die er gezielt verfolgt. Also die andere Rasse. Der Türk’, Neger oder Jud’ ist nicht sehr willkommen, weil er das arische Blut verunreinigt. Und verunreinigtes Blut ist nicht sehr gut. Es macht Völker schwach. Deshalb kann der Holländer auch nicht mehr an Fußball-Weltmeisterschaften teilnehmen. Und Sebastian Vettel kann nicht Weltmeister werden, solange er eine Italienerin um die Strecken reitet.

Außerdem fühlt sich der Nazi stets benachteiligt. Für ihn bleiben keine Frauen mehr übrig, die ihm Bier holen können und einen Job bekommt er auch nicht, obwohl er mindestens acht Jahre die Mittelschule besucht hat. Zwar ohne Abschluss, aber ein richtiger Deutscher beweist seine Reife nicht in einer Bildungseinrichtung, sondern auf der Straße. Oder im Knast. Sonst wird man Journalist.

Die mag der Nazi ganz und gar nicht, weil er Buchstaben unheimlich findet. Der Konservative kann Journalisten auch nicht leiden, weil sie mit Content und E-Papern sehr neumodisch geworden sind. Der Linksgrünversiffte dagegen findet Pressefreiheit total wichtig. Solange sie darüber berichtet wie fortschrittlich und bunt er ist. Das Ausland außerdem total nett und der Messer-Kanacke nur sehr falsch verstanden ist, weil ihm noch keiner einen Ferrari und eine Tüte Teddybären hat zukommen lassen.

Jetzt muss man als demokratischer Bürger hier einen Kompromiss suchen. Das ist nicht leicht. Vor allem ohne Macheten-Messer. Da kann es schnell polemisch und polarisierend werden, Fremdworte kommen oben drauf, dann ist die Verwirrung perfekt. Wenn Vettel jetzt Mercedes fahren würde, die Franzosen ihren WM-Titel zurückgeben, weil sie unter falscher Flagge gespielt haben und ich einen größeren Pillermann hätte, dann hätte die CSU wieder eine solide Mehrheit, Sarah Wagenknecht könnte sich wieder hinlegen und die AfD könnte mit Herrn Gauland neue Krawatten kaufen gehen. Und ich endlich die scharfe Nachbarin pimpern. Wir dürfen bei aller politischer Hitze und Hetze einfach nicht vergessen worum es im Leben wirklich geht: Ums Ficken!

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Article by Fabian Schütz

Geboren in der Nähe von Augsburg, aufgewachsen ohne Verstand aber mit sehr lieben Eltern, hat traurige Berühmtheit als Klassenclown erlangt. Danach Buchhändler, dann Student des Journalismus und hat die Liebe zur Kunst entdeckt. Die Kunst des Blödsinns. Seitdem hat er beschlossen die Menschen um sich zum Lachen zu bringen. Er mag keinen Rosenkohl, Hitler und Katzen. Er glaubt das sei die Dreifaltigkeit aus der Hölle.