Nach den US-Midterms: Steht die Revolution vor der Tür? (Der Rote Faden)

Die Midterms sind vorüber und feststeht: Die Demokraten holen sich die Mehrheit im Kongress. Sie sind jünger, weiblicher, diverser und linker als je zuvor. Ist das die Vorankündigung einer Revolution? Haben wir in der Zukunft vielleicht sogar die United Socialist States of America?

112 von 435 Sitzen gehen an Frauen, das ist ein neuer Rekord. Alexandria Ocasio-Cortez und Abby Finkenauer sind mit 29 Jahren die jüngsten Abgeordneten. Ocasio-Cortez, der junge Shootingstar der Demokraten, bezeichnet sich außerdem selbst als Demokratische Sozialistin. Zudem bekommen die USA mit Jared Polis ihren ersten, offen schwulen Gouvernour und mit Rashida Tlaib und Ilhan Omar ihre ersten muslimischen Abgeordneten. Das Repräsentantenhaus bekommt auch seine ersten beiden amerikanischen Ureinwohner, mit Deb Haaland und Sharice Davids. (bento.de) Der alte Sozialist Bernie Sanders ist sowieso wieder drin. Beinahe ging sogar das rechte Texas an einen jungen Demokraten.

In einer Zeit, in der die größte kapitalistische Nation von einem rechtsextremen Kapitalisten regiert wird, wirkt das alles fast, wie ein Wunder. Eine Revolution. Doch das täuscht.

Das Kapital regiert die Welt

Man darf nicht vergessen, dass das politische System der USA eins ist, das seit Jahrhunderten kaum reformiert wurde. Was früher die größte Demokratie der Welt war, ist heute keine mehr. Heute benutzen wenige Finanzorganisationen wie die Fondsgesellschaft “BlackRock” die Lücken im verstaubten System und beeinflusst dadurch weltweit die Politik. (The American Prospect) Sie gilt als die einflussreichste Fondsgesellschaft. So ist sie Großaktionär bei US-Großbanken und hält enorme Anteile von Rüstungs- und Ölkonzernen, McDonald’s, Apple, Monsanto. BlackRock ist sogar der größte Eigentümer der DAX-Unternehmen. BlackRock berät auch Finanzministerien und Zentralbanken. (Deutsche Welle)

Genauso wenig darf man vergessen, dass die Demokraten auch nur Teil des Establishments sind. Sie sind nicht anderes, als etwas menschlicher wirkende Republikaner. Schließlich ist die prominenteste Figur der Demokraten – neben dem wirtschaftsliberalen Barack ObamaHillary Clinton. Die Frau, die die Wahl zur demokratischen Präsidentschaftskandidatur gegen Bernie Sanders manipuliert hat (BBC) und sich von Kriegsverbrechern wie Henry Kissinger beraten lässt. (New York Times)

Alles nur umsonst?

Man darf auf jeden Fall die Hoffnung haben, dass es mit den USA vielleicht bergaufwärts geht und das Land sich in den nächsten Jahren etwas mehr wie ein erste Welt Land verhält und keine nationalen oder internationalen Krisen mehr auslöst. Oder aufhört, 99 Prozent der amerikanischen Bevölkerung auszubeuten… (Die Zeit)

Solange aber die Strukturen dieselben bleiben, wird sich im Land – wie immer – nicht viel ändern.

 

 

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Article by Baha Kirlidokme