Diesen Tweet musste Sigi Maurer teuer bezahlen

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„Du bist heute an meinem Geschäft vorbei und hast auf meinen Schwanz geguckt als wolltest du ihn essen.“ – Das musste sich die österreichische Ex-Grünen-Politikerin Sigi Maurer auf ihrem Facebook durchlesen. Jetzt wurde sie wegen übler Nachrede zu einer Geldstrafe verurteilt.

Was ist passiert?

Gesendet wurde der charmante Kommentar von einem Craftbeer-Shop-Account, der unter dem Namen des Besitzers läuft.
Maurer stellte natürlich den nur so vor Sexismus triefenden Kommentar auf Twitter – mit dem kompletten Namen, des Besitzers. (Zeit Online)

Und natürlich wehrte sich der Besitzer auch juristisch. Unsexy, so ein sexistischer Kommentar.

Vor Gericht gab es für Sigi Maurer nur ein Problem: Man konnte dem Besitzer des Ladens nicht zu 100 Prozent nachweisen, dass er seine sexuelle Lust nicht von Facebook halten konnte. Sein PC sei für viele offen gestanden. Maurer hatte den Chat-Verlauf zudem einfach öffentlich gestellt – und das ohne zu prüfen, wer die Person wirklich war, der ihr geschrieben hatte.

Das Ende der schmierigen „Schwanz-Ess“-Geschichte war, dass Sigi Maurer vom Richter zwar Beileid erhielt, aber trotzdem eine Geldstrafe von 3.000 Euro zahlen soll. Si soll dem Bierladenbesitzer 4.000 Euro Entschädigung zahlen und weil es so schön ist, die Kosten des Verfahrens ersetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Diesen Tweet musste Sigi Maurer teuer bezahlen

Sie will in Berufung gehen

Jeder, der auch nur ein bisschen Feminist ist und nicht mehr geistig im Jahre 1900 lebt, kann nur wütend werden. Wütend darauf, dass eine Frau, die sich verteidigen will, jetzt auch noch dafür zahlen soll.

Und alleine die Tatsache, dass irgendein Mann sich dachte, es sei nur ansatzweise in irgendeiner Welt akzeptabel, einen solchen Kommentar abzulassen – ja, das zeigt, dass wir immer noch ein Sexismus-Problem haben.
Viele Frauen haben so etwas schon mal erlebt und können deshalb mit Maurer mitfühlen. Sie verstehen, warum sie so gehandelt hat.

Aber das ganz große Problem ist leider, dass man es dem Mann nicht nachweisen kann. Dass niemand beweisen kann, dass er sich nicht zurückhalten kann. Und leider hatte Maurer in dem Fall einfach Pech. Die Justiz ist hier nicht sexistisch. Wenn die Beweislage nicht passt, kann der Richter sich nicht über sein Amt erheben. Der Richter sprach sich auch dafür aus, Maurer zu glauben.

Es kann manchmal schwierig sein, gegen sexuelle Nötigung vorzugehen, das steht außer Frage. Sigi Maurer ist aber kein Beispiel dafür.
Sie ist einfach nur ein Pechvogel. Man muss auch in Zukunft weiter anprangern, aufzeigen wo Probleme sind. Denn dank #MeToo ist ein etwas größeres Verständnis für Frauen da.

Für Sigi Maurer kann man nur hoffen, dass sie bald beweisen kann, wer da wollte, dass sie sich sein Genital zu Gemüte führt.

 

Article by Sarah Walz

Studiert Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Arbeitet als Freie Mitarbeiterin beim Schwarzwälder Boten und Autorin beim Zollern-Alb-Kurier. War Praktikantin beim Radiosender afk max und moderiert eigene Sendungen. Ebenso Praktikantin beim Medienzentrum Parabol. Dazu Redakteurin beim Campusradio Ansbach. Derzeit Praktikantin bei Pro Sieben Galileo. Interessiert an Fotografie und Filmen, sowie Literatur und Tanz.