Toleranz für Totalschäden

Totalschaden

Wer ohne Auto zum Bäcker kommt, kann auch gleich in Jogginghose am Arbeitsplatz erscheinen. Die Kontrolle über sein Auto zu verlieren ist nur halb so dramatisch, wie über sein Leben. Das können wir aus Berlin lernen. Kollektives Durchatmen, als der Tagesspiegel wusste, beim letzten Unfall hat sich zwar ein Radfahrer schwere Kopfverletzungen zugezogen, aber nicht durch einen SUV, sondern durch den Zusammenstoß mit einer Limousine.

Erleichterung allerorts. Damit ist die Maut und ein Fahrverbot in Städten wohl vom Tisch und stattdessen die Straßenzulassung für Monstertrucks die nächste Idee, die Andreas Scheuer bald vorstellen könnte.
„Vorfahrt für alle“ ist konzeptionell und folgerichtig eine Entscheidung pro Demokratie und Gleichberechtigung. „Rechts vor Links“ hat uns letztlich in Sachsen und Brandenburg eine starke AfD beschert und infiltriert unser Denken. Weg damit. Jeder ist gleich. Auf jeden Fall gleich doof. Niemand soll diskriminiert werden, nur weil er von seinem Verstand keinen Gebrauch macht. Kant ist out, Vollgas ist in. Das gilt überall, im Verkehr oder im Park.

Das Recht, Opfer zu sein

Da fordert die Grünen-Politikerin Monika Herrmann nämlich, dass im Görlitzer Park niemand diskriminiert werden dürfe, schon gar nicht die DealerInnen. Nur weil jemand falsch im Leben abbiegt und kriminell wird, sollte er nicht darauf reduziert werden und schon gar nicht ausgeschlossen. In einer Welt ohne Täter gebe es schließlich gar keine Opfer mehr. Und die Grünen sind gerne Opfer. Opfer der GroKo, Opfer des eigenen Geschlechts und Opfer der Intoleranz anderer gegenüber den eigenen kreuzblöden Äußerungen und noch gravierend dümmerer Forderungen.

Aber auch das ist kein Grund Frau Herrmann zu diskreditieren. Sie hat ja nicht Unrecht. Sie kann nur nicht so gut weiterdenken. So kann auch der Dealer am Pausenhof den Lehrermangel auffangen und gleich ein bisschen Mathe an seine Kunden vermitteln.
Zum Beispiel Wahrscheinlichkeitsrechnung, anhand derer erläutert werden kann, wie viele minderjährige Patienten an den Folgeschäden fürs Gehirn in psychiatrischen Einrichtungen sitzen, weil die dreimal täglich durchgezogene Bong die Zukunftsperspektive vernebelt hat. Oder wie alt der durchschnittliche Heroinabhängige wird. Ist aber eigentlich zu vernachlässigen, weil es im Endeffekt irgendwie wurscht ist, ob einen eh der SUV überrollt oder ein kleiner Volkswagen. Beides entlastet die Rentenkasse.

Trottel an der Macht

Eine Vorverurteilung ist hier nicht angebracht. Denn Toleranz und Respekt haben auch die Idioten unserer Gesellschaft verdient. Zumal die in der Überzahl scheinen. Wir können nicht „ja“ zu Flüchtlingen sagen und dabei gleichzeitig „nein“ zur Mitte unserer Gesellschaft: Den Trotteln.
Denn letztlich führen die ja auch unser Land und unser Zusammenleben in dem Glauben, es sei unverwüstlich wie ein SUV.

Und wer unter die Räder kommt? Bis heute hat sich noch kein(e) tödlich verunglückte(r) VerkehrsteilnehmerIn beschwert. Solange die Klimaanlage surrt, der Motor schnurrt und der Ölstand passt, brauchen wir den ollen Kant nicht. Und solange wir die Grünen und Monika Herrmann haben, müssen wir uns auch um unsere Kinder nicht sorgen. Nur hin und wieder die Crack-Pfeife reinigen. Wegen der Hygiene.

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Article by Fabian Schütz

Geboren in der Nähe von Augsburg, aufgewachsen ohne Verstand aber mit sehr lieben Eltern, hat traurige Berühmtheit als Klassenclown erlangt. Danach Buchhändler, dann Student des Journalismus und hat die Liebe zur Kunst entdeckt. Die Kunst des Blödsinns. Seitdem hat er beschlossen die Menschen um sich zum Lachen zu bringen. Er mag keinen Rosenkohl, Hitler und Katzen. Er glaubt das sei die Dreifaltigkeit aus der Hölle.