Tür Nummer 13 – Adventskalender: Frauen, die die Welt verändern

Der “Relevant-Magazin-Adventskalender” ist wieder da. Nachdem wir uns im letzten Jahr auf Politikerzitate konzentriert und im Nachhinein festgestellt haben, dass unser Fokus leider zu sehr auf den Männern der Geschichte lag, drehen wir dieses Jahr den Spieß um. Wir stellen euch diesen Dezember 24 Frauen vor, die die Welt verändert haben.

Gloria Steinem ist eine US-amerikanische Journalistin und Feministin. Sie wurde am 25. März 1934 in Toledo, Ohio geboren. Ihre Mutter Ruth Nuneviller war Journalistin mit deutschen Wurzeln. Ihr Vater Leo Steinem war fahrender Antiquitätenhändler. Die Eltern trennten sich 1945. Ihr Vater ging nach Kalifornien. Gloria blieb mit Mutter und Schwester in Toledo. Sie arbeitete schon als Kind und musste ihre Mutter versorgen, die ihre Karriere für ihre Familie aufgegeben hatte und an Depressionen litt.

Steinems Großmutter, Pauline Steinem, war eine Suffragette. Das waren in den USA und in Großbritannien Frauenrechtlerinnen, die durch Aktivismus für das Frauenwahlrecht kämpften. Pauline wurde als erste Frau in Ohio in den Bildungsausschuss gewählt. Darüber erfuhr Gloria aber nicht von ihrer Familie, sondern von einem Buch über ihre Großmutter.

Mit 17 Jahren zog sie zu ihrer Schwester, nach Washington D.C. und schloss die High School mit hervorragenden Noten ab. Währenddessen gründete sie auch eine Schwesternschaft mit anderen Schülerinnen, die sich gegenseitig zu guten Noten und der Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften motivierten. Später besuchte sie eines der berühmtestes Frauencolleges der USA, das Smith College.

In den 60ern fing Gloria Steinem an, feministische Artikel zu schreiben. 1963 arbeitete sie undercover als Playboy-Bunny im New Yorker Playboy Club. Über ihre Erfahrungen veröffentliche sie den Artikel “A Bunny’s Tale“, der sie umgehend berühmt machte. Ihre Erkenntnisse: Die Bunnies wurden schlecht bezahlt, arbeiteten zu lange und in zu engen Korsetts und zu hohen High Heels. Ihnen wurde mit Gewalt gedroht, sie mussten sich unterwerfen und wurden von allen Seiten belästigt. Die Männer im Club haben im Prinzip Frauen in Geldnot ausgenutzt.

Die Medien versuchten sie zu einer feministischen Anführerin zu machen. Die Aufmerksamkeit benutzte sie, um andere Feministinnen in den Vordergrund zu rücken. Sie gründete verschiedenen Frauenbewegungen und 1972 das feministische Magazin “Ms.“. 1991 gründete sie das Magazin “Choice USA“. Sie gründete auch die “Coalition of Labor Union Women“, also die “Koalition gewerkschaftlicher Frauen”. Außerdem war sie Mitglied der “Democratic Socialists of America“.

2000 heiratete Steinem David Bale, den Vater von Schauspieler Christian Bale. Allerdings starb ihr Mann nach drei Jahren an einem Gehirn-Lymphom. 2005 trat sie in der Dokumentation “I had an abortion” auf und beschrieb die Abtreibung, die sie als junge Frau in London hatte. Auch heute schreibt sie regelmäßig und nimmt regelmäßig an öffentlichen Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen teil.

 

„Wir reden über eine Gesellschaft, in der keine anderen Rollen existieren werden als die, die man sich gewählt oder verdient hat; wir reden ernsthaft über Menschlichkeit.“

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Article by Baha Kirlidokme