Unser Essen ist zu billig, oder: Was kostet die Umwelt? (Jung, politisch, machtlos)

was kostet unser essen

Das Umweltbundesamt legt schon seit Jahren Preise für Umweltverschmutzung fest. So kann man genau sagen, was der Ausstoß von einer Tonne Treibgas kostet. Eine Studie kommt jetzt zu dem Schluss: Unser Essen ist zu billig.

Forscher haben untersucht, was unsere Lebensmittel eigentlich kosten. Dazu haben sie die Kosten der Umweltschäden mit eingerechnet.

Eigentlich müssten unsere Lebensmittel teurer sein. Fleischprodukte wären demnach 42 Prozent teurer: Ein Steak würde also 8,51 Euro statt 5,99 Euro kosten. Bei Milchprodukten müssten Verbraucher 31 Prozent mehr bezahlen. Eine Packung Milch würde statt 0,89 Cent 1,17 Euro kosten.

Die Idee dahinter ist eigentlich simpel und schnell erklärt. Die Produktion von Lebensmittel belastet die Umwelt, etwa durch den Ausstoß von Treibhaus-Emissionen, der Energieverbrauch und den Einsatz von Stickstoffdünger. Allerdings zahlt nicht der Verursacher der Umweltschäden dafür, sondern wir alle. Weil die Folgen der Umweltschäden wie Grundwasserverunreinigung durch hohe Nitratbelastung mit öffentlichen Geldern beseitigt werden.

In der Studie werden Zahlen des Umweltbundesamt verwendet. Hier hat man schon vor einige Jahren festgelegt wie man Umweltschäden monetär bewerten soll.

Kann man das Zerstören der Umwelt denn in Geld aufwiegen?

Zugegeben, auf den ersten Blick wirkt es äußerst komisch, wenn man einen Preis für die Zerstörung der Umwelt angibt. Aber anders geht es in unserer von Geld bestimmten Welt nicht.

Umweltschutz funktioniert in unserer zunehmend kapitalistischen Welt nur, wenn es wehtut die Umwelt zu zerstören. Ganz unabhängig wo man ansetzt, denn der kleine Mann, der zu Aldi jetzt seine eigene wiederverwendbare Stofftasche mitbringt, weil die Plastiktüte jetzt 20 Cent kostet ist für den Umweltschutz wichtig. Genauso wichtig wie ein globales Unternehmen, das nicht wie der kleine Mann aus Bequemlichkeit, sondern aus purer Gewinnerzielungsabsicht die Umwelt beschädigt. Hier hilft es offenbar nur, einen finanziellen Anreiz zu schaffen.

Zudem kommt, dass es für die volkswirtschaftliche Bewertung von Umweltschutzmaßnahmen wichtig ist, ihre Wirksamkeit und auch Rentabilität vergleichen zu können. So lässt sich etwa berechnen, dass Klimaschutzmaßnahmen weniger kosten, als die Folgen des Klimawandels. Würde man diese Bewertungen nicht durchführen, dann hätten Klimaschützer weniger Argumente und die Wirtschaft könnte mit der Umwelt machen was sie will.

Kann das Verursacherprinzip die Welt retten?

Der Grundgedanke der Forscher ist die Kosten der Umweltverschmutzung nach dem Verursacherprinzip aufzuteilen. Unter dem Verursacherprinzip versteht man einen Grundsatz des Umweltschutzes. Derjenige, der die Umwelt verschmutzt soll auch für die Schäden aufkommen. Bislang gilt das in Deutschland nur in bestimmten Bereichen, etwa bei der Abwasserabgabe.

Würde man das Verursacherprinzip auf alle Bereiche ausweiten, müsste auch die Wirtschaft reagieren. Bei der Produktion müsste umgedacht werden, weil nicht mehr länger die Umwelt, sondern der Konsument für die Produktion bezahlen muss.

Das würde wohl oder übel dazu führen, dass der Aspekt Umweltschutz für alle interessanter wird. Eigentlich kann es für die Zukunft nur heißen, geb der Umwelt einen hohen Preis und rettet sie so vor uns.

Lukas Rumpler

Article by Lukas Rumpler

2010 mit dem Bloggen angefangen - irgendwann zum Journalisten geworden. Ressort-Journalismus Studium an der Hochschule Ansbach mit dem Schwerpunkt auf Politik und Wirtschaft.