Warum gibt es stille Feiertage? (#kurzundrelevant)

Der Karfreitag leitet das Osterwochenende ein. Für Christen einer der höchsten Feiertage, für andere ein extra langes Wochenende.

An den sogenannten stillen Feiertagen wie dem Karfreitag oder dem Volkstrauertag besteht in fast allen deutschen Bundesländern ein Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen. Hintergrund ist die Auffassung, dass Tanz und Ausgelassenheit an solchen Tagen aus Gründen der Moral, Religion oder Tradition unangemessen ist. Untersagt sind dann auch andere öffentliche Veranstaltungen, die über den »Schank- und Speisebetrieb hinausgehen«, etwa Sportveranstaltungen.

Befürwortet wird das Tanzverbot und damit der besondere Schutz der stillen Feiertage vor allem von Kirchen. Das katholische Erzbistum München und Freising warnt davor, die “stillen Tage” womöglich auszuhöhlen. Sie seien keine rein kirchliche Angelegenheit, sondern beträfen die ganze Gesellschaft, sagt ein Sprecher der Süddeutschen Zeitung. “Sie bringen eine Unterbrechung in den rastlosen Alltag und sind auch für Familien wichtig, damit sie zur Ruhe kommen können.”

Alexander Wolfrum, der Vorsitzende des Verbands der Münchner Kulturveranstalter, gehört zu den Kritikern des Tanzverbotes. Gegenüber der SZ erzählt er, dass er bereits Konzerte mit Weltstars wie Lenny Kravitz absagen musste, weil diese zum Beispiel nur am Buß- und Betttag Zeit gehabt hätte. Wolfrum möchte dabei niemanden an seiner Religionsausübung hindern, ihm gehe es um Orte, an denen niemand gestört werde.

Mehr als die Hälfte der Deutschen findet das Tanzverbot an Karfreitag einer Umfrage zufolge gut. 52 Prozent der Befragten befürworten das Musikverbot in Bars und Clubs. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit mehr als 1000 Teilnehmern. 38 Prozent waren demnach dagegen, 10 Prozent machten keine Angabe.

Avatar

Article by Lukas Rumpler

Ich studiere Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt auf Politik und Wirtschaft.